RECHTSFORM-VERGLEICH

Unterschied zwischen GmbH und AG

GmbH und AG sind Kapitalgesellschaften. Beide schützen das Privatvermögen, unterscheiden sich aber bei Kapital, Mitbestimmung und Kapitalbeschaffung deutlich.

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Was ist der größte Unterschied zwischen GmbH und AG?

Der größte Unterschied ist das Kapital: Die GmbH benötigt 25.000 € Stammkapital (§5 GmbHG), die AG mindestens 50.000 € Grundkapital (§7 AktG). Beide Kapitalgesellschaften beschränken die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen, doch die AG hat strengere Organtrennung (Vorstand und Aufsichtsrat) und leichteren Zugang zum Kapitalmarkt durch Aktienausgabe.

Schneller Überblick: Vergleichstabelle

GmbH x AG

Die wichtigsten Unterschiede zwischen GmbH und AG in der Übersicht

MerkmalGmbHAG
Mindestkapital25.000 € (12.500 € bei Gründung einzahlbar)50.000 € Grundkapital
Haftung und OrganeBeschränkt auf das Gesellschaftsvermögen (§ 13 GmbHG); Geschäftsführer, weisungsgebunden (§ 37 GmbHG)Beschränkt auf das Gesellschaftsvermögen (§ 1 AktG); Vorstand eigenverantwortlich (§ 76 AktG) plus Aufsichtsrat (§ 95 AktG)
Besteuerung und Kapital15 % KSt plus Soli und Gewerbesteuer, rund 30 %; Anteile nur notariell übertragbar (§ 15 GmbHG)Identisch rund 30 %; Aktien formfrei übertragbar, Kapital über Aktienausgabe
Mitbestimmung & PublizitätGering, kaum PublizitätspflichtenStreng: Publizitätspflichten & Mitbestimmung
GründungskostenNiedrigerHöher (Gründung & Verwaltung)
Geeignet fürKMU, StartupsGroße Unternehmen, Kapitalmarkt

Die Unterschied in Detail

GmbH

Die GmbH ist die weitverbreitetste Kapitalgesellschaft in Deutschland: flexibel in der Struktur, günstiger in der Gründung und ideal für Startups, KMU und Investoren-getriebene Unternehmen. Das Stammkapital beträgt 25.000 €, wovon mindestens 12.500 € bereits bei Gründung eingezahlt werden müssen (§5 GmbHG).

Vorteile

Flexibel & günstig
Beliebt bei KMU und Startups

Nachteile

Weniger Zugang zum Kapitalmarkt
Begrenzte Mitbestimmungsstruktur
Praxis-Beispiel
Softwarefirma mit 10 Mitarbeitenden.
AG

Die AG ist stärker reguliert und benötigt mindestens 50.000 € Grundkapital (§7 AktG). Sie trennt Vorstand und Aufsichtsrat strikt (§76 ff. AktG) und eignet sich besonders für größere Unternehmen und Kapitalmarktfinanzierungen, da sie Aktien ausgeben kann.

Vorteile

Leichter Zugang zu Investoren & Kapitalmarkt
Starke Organisationsstruktur

Nachteile

Hohe Gründungs- und Verwaltungskosten
Strenge Publizitätspflichten
Praxis-Beispiel
Konzern mit Kapitalmarktfinanzierung.

GmbH in eine AG umwandeln: der Formwechsel Schritt für Schritt

1

Umwandlungsbericht erstellen

Die Geschäftsführer erläutern den Formwechsel und die künftige Beteiligung schriftlich (§ 192 UmwG). Sind alle Gesellschafter einverstanden, kann der Bericht entfallen.

2

Grundkapital sicherstellen

Die AG braucht mindestens 50.000 Euro Grundkapital (§ 7 AktG). Liegt das Stammkapital der GmbH darunter, geht eine Kapitalerhöhung voraus; das Reinvermögen muss das Grundkapital decken.

3

Umwandlungsbeschluss fassen

Gesellschafterversammlung mit mindestens drei Vierteln der abgegebenen Stimmen (§ 240 UmwG), notariell beurkundet, inklusive der neuen Satzung der AG.

4

Aufsichtsrat und Vorstand bestellen

Der Aufsichtsrat hat mindestens drei Mitglieder (§ 95 AktG) und bestellt den ersten Vorstand (§ 84 AktG). Die bisherigen Geschäftsführer können Vorstand werden.

5

Gründungsprüfung durchführen

Gründungsbericht und Prüfung wie bei einer AG-Neugründung (§§ 32 ff. AktG, § 197 UmwG), bei Sacheinlagen mit externem Gründungsprüfer.

6

Handelsregister anmelden

Anmeldung der neuen Rechtsform (§ 198 UmwG). Mit der Eintragung besteht die Gesellschaft als AG fort; Steuernummer, Verträge und Vermögen bleiben, es entsteht kein Veräußerungsgewinn.

7

Laufende Pflichten der AG

Hauptversammlung mit notariellem Protokoll (§ 130 AktG), Aufsichtsratssitzungen, Jahresabschluss mit Prüfung je nach Größenklasse und Offenlegung. Steuerlich bleibt es bei rund 30 %.

Fazit

Die GmbH passt zu wachsenden KMU, Startups und Unternehmen mit überschaubarer Struktur. Die AG eignet sich für große Organisationen, die Kapitalmarktanbindung oder umfangreiche Mitbestimmung brauchen.

FAQ

Häufige Fragen

Nicht dabei? Wir antworten direkt.

Haftung und Steuern im Vergleich: GmbH oder AG?
Steuerlich gibt es keinen Unterschied: GmbH und AG sind Kapitalgesellschaften und zahlen 15 % Körperschaftsteuer plus Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer, zusammen rund 30 %. Auch die Haftung ist bei beiden auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt (§ 13 GmbHG, § 1 AktG). Der Unterschied liegt bei Kapital, Organen und Publizität: Die AG braucht 50.000 Euro Grundkapital, Vorstand und Aufsichtsrat und eine Hauptversammlung mit notariellem Protokoll.
Was ist eine AG?
Die Aktiengesellschaft (AG) ist eine Kapitalgesellschaft mit mindestens 50.000 € Grundkapital nach §7 AktG. Sie trennt Leitung und Kontrolle strikt in Vorstand und Aufsichtsrat (§76 ff. AktG) und kann Aktien ausgeben, um sich Kapital über den Kapitalmarkt zu beschaffen — ideal für größere, wachstumsstarke Unternehmen.
Für wen eignet sich die AG?
Die AG eignet sich für große Unternehmen, die Kapital über Aktienmärkte aufnehmen oder eine komplexe Mitbestimmungsstruktur mit Vorstand und Aufsichtsrat benötigen. Wegen höherer Gründungskosten und strenger Publizitätspflichten lohnt sie sich meist erst ab einer gewissen Unternehmensgröße oder bei konkreten Plänen zur Kapitalmarktfinanzierung.
Muss eine AG einen Aufsichtsrat haben?
Ja. Nach §95 AktG ist ein Aufsichtsrat für jede AG zwingend vorgeschrieben, unabhängig von der Unternehmensgröße. Bei der GmbH ist ein Aufsichtsrat dagegen meist optional und wird erst ab einer bestimmten Mitarbeiterzahl nach dem Mitbestimmungsgesetz oder Drittelbeteiligungsgesetz verpflichtend — ein zentraler struktureller Unterschied zwischen beiden Rechtsformen.
Kann eine GmbH in eine AG umgewandelt werden?
Ja, per Formwechsel nach dem Umwandlungsgesetz (UmwG) kann eine GmbH in eine AG umgewandelt werden. „Der Formwechsel lohnt sich meist, sobald Wachstum, Kapitalmarktzugang oder institutionelle Investoren wichtiger werden als die einfachere Struktur der GmbH“, so Florian Gössmann-Schmitt, Steuerberater bei b'steuern. Das Verfahren erfordert notarielle Beurkundung und Grundkapital von 50.000 €.
Was kostet ein Steuerberater für GmbH oder AG?
Ein digitaler Steuerberater wie b'steuern kalkuliert die Kosten meist nach Umsatz und Buchungsvolumen statt nach StBVV-Stundensätzen und bietet transparente Festpreise. Da die AG durch strengere Publizitätspflichten und Organtrennung aufwendiger ist, fällt der Beratungsaufwand meist höher aus als bei der GmbH. Die Kosten sind zu 100 % als Betriebsausgabe absetzbar.

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