RECHTSFORM-VERGLEICH

Unterschied zwischen GmbH und AG

GmbH und AG sind Kapitalgesellschaften. Beide schützen das Privatvermögen, unterscheiden sich aber bei Kapital, Mitbestimmung und Kapitalbeschaffung deutlich.

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Was ist der größte Unterschied zwischen GmbH und AG?

Der größte Unterschied ist das Kapital: Die GmbH benötigt 25.000 € Stammkapital (§5 GmbHG), die AG mindestens 50.000 € Grundkapital (§7 AktG). Beide Kapitalgesellschaften beschränken die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen, doch die AG hat strengere Organtrennung (Vorstand und Aufsichtsrat) und leichteren Zugang zum Kapitalmarkt durch Aktienausgabe.

Schneller Überblick: Vergleichstabelle

GmbH x AG

Die wichtigsten Unterschiede zwischen GmbH und AG in der Übersicht

MerkmalGmbHAG
Mindestkapital25.000 € (12.500 € bei Gründung einzahlbar)50.000 € Grundkapital
OrganeGeschäftsführerVorstand + Aufsichtsrat
KapitalbeschaffungKein Zugang zum AktienmarktAktienausgabe möglich
Mitbestimmung & PublizitätGering, kaum PublizitätspflichtenStreng: Publizitätspflichten & Mitbestimmung
GründungskostenNiedrigerHöher (Gründung & Verwaltung)
Geeignet fürKMU, StartupsGroße Unternehmen, Kapitalmarkt

Die Unterschied in Detail

GmbH

Die GmbH ist die weitverbreitetste Kapitalgesellschaft in Deutschland: flexibel in der Struktur, günstiger in der Gründung und ideal für Startups, KMU und Investoren-getriebene Unternehmen. Das Stammkapital beträgt 25.000 €, wovon mindestens 12.500 € bereits bei Gründung eingezahlt werden müssen (§5 GmbHG).

Vorteile

Flexibel & günstig
Beliebt bei KMU und Startups

Nachteile

Weniger Zugang zum Kapitalmarkt
Begrenzte Mitbestimmungsstruktur
Praxis-Beispiel
Softwarefirma mit 10 Mitarbeitenden.
AG

Die AG ist stärker reguliert und benötigt mindestens 50.000 € Grundkapital (§7 AktG). Sie trennt Vorstand und Aufsichtsrat strikt (§76 ff. AktG) und eignet sich besonders für größere Unternehmen und Kapitalmarktfinanzierungen, da sie Aktien ausgeben kann.

Vorteile

Leichter Zugang zu Investoren & Kapitalmarkt
Starke Organisationsstruktur

Nachteile

Hohe Gründungs- und Verwaltungskosten
Strenge Publizitätspflichten
Praxis-Beispiel
Konzern mit Kapitalmarktfinanzierung.

Fazit

Die GmbH passt zu wachsenden KMU, Startups und Unternehmen mit überschaubarer Struktur. Die AG eignet sich für große Organisationen, die Kapitalmarktanbindung oder umfangreiche Mitbestimmung brauchen.

FAQ

Häufige Fragen

Nicht dabei? Wir antworten direkt.

Was ist eine GmbH?
Die GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) ist eine Kapitalgesellschaft mit mindestens 25.000 € Stammkapital nach §5 GmbHG, wovon 12.500 € bereits bei Gründung eingezahlt werden müssen. Sie ist flexibel in der Struktur, vergleichsweise günstig zu gründen und gilt international als etablierte, weit verbreitete Rechtsform für Startups und KMU.
Was ist eine AG?
Die Aktiengesellschaft (AG) ist eine Kapitalgesellschaft mit mindestens 50.000 € Grundkapital nach §7 AktG. Sie trennt Leitung und Kontrolle strikt in Vorstand und Aufsichtsrat (§76 ff. AktG) und kann Aktien ausgeben, um sich Kapital über den Kapitalmarkt zu beschaffen — ideal für größere, wachstumsstarke Unternehmen.
Für wen eignet sich die AG?
Die AG eignet sich für große Unternehmen, die Kapital über Aktienmärkte aufnehmen oder eine komplexe Mitbestimmungsstruktur mit Vorstand und Aufsichtsrat benötigen. Wegen höherer Gründungskosten und strenger Publizitätspflichten lohnt sie sich meist erst ab einer gewissen Unternehmensgröße oder bei konkreten Plänen zur Kapitalmarktfinanzierung.
Muss eine AG einen Aufsichtsrat haben?
Ja. Nach §95 AktG ist ein Aufsichtsrat für jede AG zwingend vorgeschrieben, unabhängig von der Unternehmensgröße. Bei der GmbH ist ein Aufsichtsrat dagegen meist optional und wird erst ab einer bestimmten Mitarbeiterzahl nach dem Mitbestimmungsgesetz oder Drittelbeteiligungsgesetz verpflichtend — ein zentraler struktureller Unterschied zwischen beiden Rechtsformen.
Kann eine GmbH in eine AG umgewandelt werden?
Ja, per Formwechsel nach dem Umwandlungsgesetz (UmwG) kann eine GmbH in eine AG umgewandelt werden. „Der Formwechsel lohnt sich meist, sobald Wachstum, Kapitalmarktzugang oder institutionelle Investoren wichtiger werden als die einfachere Struktur der GmbH“, so Florian Gössmann-Schmitt, Steuerberater bei b'steuern. Das Verfahren erfordert notarielle Beurkundung und Grundkapital von 50.000 €.
Was kostet ein Steuerberater für GmbH oder AG?
Ein digitaler Steuerberater wie b'steuern kalkuliert die Kosten meist nach Umsatz und Buchungsvolumen statt nach StBVV-Stundensätzen und bietet transparente Festpreise. Da die AG durch strengere Publizitätspflichten und Organtrennung aufwendiger ist, fällt der Beratungsaufwand meist höher aus als bei der GmbH. Die Kosten sind zu 100 % als Betriebsausgabe absetzbar.

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