Bookkeeping & Accounting

Lexoffice Buchführung 2026: Einrichtung, Tarife und Steuerberater-Integration

Florian-Gössmann Schmitt

Lexoffice richtig einrichten, Tarife verstehen und den Steuerberater sauber anbinden. Mit GoBD-, E-Rechnung- und Preis-Update für 2026.

Key Takeaways

  • Lexoffice ist GoBD-konform und vom Finanzamt anerkannt. Die richtige Einrichtung (Kontenrahmen, Umsatzsteuer, E-Rechnung) ist entscheidend für die Revisionssicherheit. Ab Tarif L kannst du die Umsatzsteuervoranmeldung direkt per ELSTER einreichen. Steuerberater ersetzen die Software nicht, aber ein Steuerberater mit direktem Systemzugang verhindert Fehler und Medienbrüche.
  • Was ist Lexoffice und für wen lohnt es sich?

    Lexware Office ist eine cloudbasierte Buchhaltungssoftware von Haufe-Lexware. Seit 2023 laufen Lexoffice und Lexware Office unter einem Dach. Beide Begriffe meinen dasselbe Produkt. Die Software richtet sich an Selbstständige, Freiberufler und kleine Unternehmen, die ihre Buchhaltung ohne Vorkenntnisse digital abwickeln wollen.

    Laut § 238 HGB sind Kaufleute zur Buchführung verpflichtet. Lexoffice erfüllt diese Pflicht technisch für Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) und doppelte Buchführung.

    Für wen ist Lexoffice geeignet?

    • Freiberufler und Selbstständige mit EÜR-Pflicht und überschaubarem Belegvolumen
    • GmbH-Gründer in der Anfangsphase, die eine einfache Cloud-Lösung suchen
    • Kleinunternehmer, die Rechnungen schreiben, Belege erfassen und Bankbewegungen abgleichen wollen

    Wann stößt Lexoffice an seine Grenzen?

    • Komplexe Konzernstrukturen oder Holding-Konstrukte
    • Spezifische Branchenanforderungen (z.B. Bau mit Warenwirtschaft)
    • Internationale Umsätze mit mehreren Länder-Steuersätzen
    Fazit: Für die meisten Selbstständigen und GmbHs in der Gründungsphase ist Lexoffice eine solide, rechtssichere Basis. Wer darüber hinauswächst, braucht entweder eine Erweiterung oder eine spezialisierte Lösung.

    Lexoffice einrichten: So startest du in 5 Schritten

    Die technische Einrichtung dauert in der Regel weniger als eine Stunde. Die steuerlich relevanten Einstellungen brauchen mehr Sorgfalt. Hier sind die fünf Schritte, die über Revisionssicherheit entscheiden.

    Schritt 1: Unternehmensprofil anlegen

    Trage Rechtsform, Steuernummer und Finanzamt korrekt ein. Diese Daten fließen direkt in deine Belege und Voranmeldungen. Fehler hier wirken sich auf alle späteren Buchungen aus.

    Video-Tipp: Lexoffice für Einsteiger #1 zeigt, wie du Firmendaten und Unternehmensprofil Schritt für Schritt korrekt erfasst.

    Schritt 2: Kontenrahmen wählen

    Lexoffice unterstützt SKR03 und SKR04. Selbstständige und Freiberufler arbeiten meist mit SKR03. GmbHs verwenden häufig SKR04. Den Kontenrahmen kannst du nach dem ersten Buchungsvorgang nicht mehr wechseln. Wähle ihn also mit Bedacht, am besten in Abstimmung mit deinem Steuerberater.

    Video-Tipp: In Lexoffice für Einsteiger #2 zeigt b'steuern Schritt für Schritt, wie du Kontenrahmen, Besteuerungsart und Steuernummer korrekt einträgst.

    Schritt 3: Bankkonto verknüpfen

    Die Bankanbindung über das Multibanking-Feature gleicht Transaktionen automatisch mit Belegen ab. Das reduziert manuelle Buchungsarbeit erheblich und minimiert Fehler.

    Schritt 4: Umsatzsteuer-Einstellungen konfigurieren

    Wähle zwischen Soll- und Ist-Versteuerung. Die Ist-Versteuerung ist für viele Kleinunternehmer günstiger (Steuer erst bei Zahlungseingang). Ob du sie beantragen kannst, hängt von deinem Umsatz und deiner Rechtsform ab. Dieser Punkt sollte mit einem Steuerberater abgestimmt werden.

    Schritt 5: E-Rechnung aktivieren und Steuerberater-Zugang einrichten

    Seit dem 1. Januar 2025 müssen Unternehmen im B2B-Bereich E-Rechnungen empfangen können, wie die IHK bestätigt. Lexoffice erfüllt diese Pflicht ab Tarif M nativ. Den Steuerberater-Zugang richtest du unter Einstellungen > Benutzer ein. Vergib nur die Rechte, die dein Berater tatsächlich braucht.

    Lexoffice-Serie auf YouTube: Alle fünf Schritte und mehr zeigen wir dir in unserer vollständigen „Lexoffice für Einsteiger"-Playlist. Von Firmendaten über Kontenrahmen bis zur ersten Voranmeldung, Schritt für Schritt erklärt.

    Lexoffice Tarife und Kosten 2026 im Überblick

    Lexware Office bietet vier Tarife. Die Preise gelten laut offizieller Lexware-Preisseite als Nettopreise zzgl. MwSt. Aktionspreise für Neukunden können abweichen.

    Tarif Regulärer Preis/Monat (netto) Für wen? Wichtigste Funktion
    S ab 7,90 € Einsteiger, Kleinunternehmer Belege, Banking, GoBD-Archiv
    M ab 12,90 € Selbstständige mit Rechnungsstellung + E-Rechnungen erstellen und empfangen
    L ab 21,90 € Selbstbucher mit USt.-Pflicht + USt-Voranmeldung per ELSTER, EÜR, GuV
    XL ab 32,90 € Teams, GmbHs + Serienrechnungen, XRechnung, API

    Was ist im Basispaket enthalten?

    Tarif S enthält bereits GoBD-konforme Belegarchivierung, Multibanking, Steuerberater-Zugang und die mobile App. Das reicht für Selbstständige, die nur Belege erfassen und ihren Steuerberater direkt einbinden wollen.

    Ab welchem Tarif lohnt sich der Aufstieg?

    Tarif L ist der kritische Schwellenwert. Ab hier kannst du die Umsatzsteuervoranmeldung selbst per ELSTER einreichen und EÜR-Berichte direkt generieren. Wer das seinem Steuerberater überlässt, kann mit Tarif S oder M auskommen und spart monatlich.

    Lexoffice vs. Alternativen: Wann welches Tool?

    Lexoffice ist nicht für jede Situation die beste Wahl. Hier ein sachlicher Vergleich der relevantesten Alternativen.

    Tool Stärke Schwäche Geeignet für
    Lexware Office Einfachste Bedienung, ELSTER-Direkt, breite Steuerberater-Kompatibilität Kein Offline-Modus, begrenzte API Selbstständige, Freelancer, GmbH-Einsteiger
    Pennylane Echtzeit-Reporting, Investor-geeignet Höherer Preis, komplexere Einrichtung Wachstumsstarke Startups mit Echtzeit-Bedarf
    DATEV Maximale Tiefe, Steuerberater-Standard Nur mit Steuerberater nutzbar, teuer Kapitalgesellschaften mit spezialisiertem Berater

    Lexoffice vs. Pennylane

    Pennylane punktet bei Startups, die Investoren-Reporting und Echtzeit-Cashflow-Übersicht brauchen. Wer dagegen eine einfache, GoBD-konforme Lösung mit direktem Steuerberater-Zugang sucht, ist mit Lexoffice besser bedient. Mehr dazu im Artikel Steuerberater für Pennylane.

    Lexoffice vs. DATEV

    DATEV ist der Standard in deutschen Steuerkanzleien. Aber: Als Selbstständiger oder GmbH-Gründer brauchst du DATEV in der Regel nicht selbst. Wenn dein Steuerberater direkt in Lexoffice arbeiten kann, entfallen Datenexporte, Pendelordner und Medienbrüche komplett.

    Ist Lexoffice GoBD-konform und vom Finanzamt anerkannt?

    Ja. Lexware Office erfüllt die GoBD-Anforderungen des Bundesfinanzministeriums und archiviert alle Belege revisionssicher für 10 Jahre. Das Finanzamt akzeptiert die Software als vollständige Buchführungslösung.

    Was bedeutet GoBD-konform konkret?

    GoBD steht für "Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form". In der Praxis bedeutet das:

    • Belege müssen unveränderbar archiviert werden
    • Buchungen müssen chronologisch, vollständig und nachvollziehbar sein
    • Zugriff für Betriebsprüfer muss jederzeit möglich sein

    Lexoffice stellt das technisch sicher. Word- und Excel-Dateien sind laut GoBD nicht zulässig. Wer bisher damit gearbeitet hat, ist mit dem Wechsel zu Lexoffice bereits auf der sicheren Seite.

    E-Rechnungspflicht ab 2025: Was Lexoffice automatisch erfüllt

    Seit dem 1. Januar 2025 müssen Unternehmen im B2B-Bereich E-Rechnungen empfangen können, laut IHK eine gesetzliche Pflicht ohne Ausnahme. Lexoffice empfängt und versendet E-Rechnungen in den Formaten ZUGFeRD und XRechnung. Du musst nichts extra einrichten, sofern du mindestens Tarif M nutzt.

    Lexoffice mit Steuerberater verbinden: So geht's

    Lexoffice ersetzt keinen Steuerberater. Es macht die Zusammenarbeit mit einem Steuerberater deutlich effizienter, wenn die Integration sauber eingerichtet ist.

    Welche Zugriffsrechte braucht dein Steuerberater?

    Unter Einstellungen > Benutzer kannst du deinem Steuerberater drei Zugriffsebenen geben:

    • Lesezugriff: Dein Berater sieht alle Buchungen und Belege, kann aber nichts ändern
    • Buchungszugriff: Dein Berater kann direkt buchen, Belege prüfen und Voranmeldungen erstellen
    • Vollzugriff: Vollständige Kontrolle, empfohlen nur bei vollständig ausgelagerter Buchhaltung

    Für die meisten Mandanten ist der Buchungszugriff die richtige Wahl. So behältst du den Überblick, ohne dass dein Berater auf Datenexporte angewiesen ist.

    Was passiert, wenn dein Steuerberater DATEV nutzt?

    Steuerberater, die ausschließlich mit DATEV arbeiten, können Lexoffice-Daten per DATEV-Export übernehmen. Das funktioniert, erzeugt aber Medienbrüche und manuellen Aufwand. Steuerberater, die direkt in Lexoffice arbeiten, wie b'steuern, vermeiden diesen Overhead komplett. Mehr dazu: Buchhaltung beim Steuerberater.

    Video-Tipp: Lexoffice Buchhaltung #12 zeigt den kompletten Workflow vom Angebot bis zur Rechnung, inklusive Belegverwaltung und Auftragsbestätigung.

    Die häufigsten Fehler bei der Lexoffice-Einrichtung

    Die meisten Fehler passieren nicht beim Bedienen der Software, sondern bei den steuerlichen Grundeinstellungen. Diese Fehler sind im Nachhinein oft nur mit Aufwand korrigierbar.

    Fehler 1: Falscher Kontenrahmen (SKR03 vs. SKR04)

    Der Kontenrahmen ist nach dem ersten Buchungsvorgang nicht mehr änderbar. Wer mit SKR04 startet, obwohl SKR03 für seine Rechtsform besser passt, sitzt dauerhaft auf einer suboptimalen Struktur. Im Zweifel: vor dem ersten Buchungsvorgang mit dem Steuerberater abstimmen.

    Fehler 2: Falsche Umsatzsteuer-Option

    Soll- oder Ist-Versteuerung ist keine Kleinigkeit. Wer die falsche Option wählt, versteuert Umsätze zum falschen Zeitpunkt. Das kann bei einer Betriebsprüfung zu Nachzahlungen führen. Die Einstellung hängt von Umsatz, Rechtsform und Antrag beim Finanzamt ab.

    Fehler 3: Steuerberater-Zugang zu spät einrichten

    Viele Mandanten richten den Steuerberater-Zugang erst ein, wenn Probleme auftauchen. Richtig ist: Zugang direkt bei der Einrichtung vergeben, damit dein Berater von Anfang an sauber mitarbeiten kann.

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    Lexoffice gemeinsam mit deinem Steuerberater einrichten

    Du willst Lexoffice nicht allein aufsetzen, sondern direkt mit einem Steuerberater verbinden? Im kostenlosen Erstgespräch zeigen wir dir, welche Zugriffsrechte du vergibst, wie die Umsatzsteuer korrekt konfiguriert wird und was das monatlich kostet. Gratis Erstgespräch buchen

    FAQs

    Häufige Fragen – und klare Antworten

    Ab welchem Tarif kann ich die Umsatzsteuervoranmeldung direkt einreichen?

    Ab Tarif L kannst du die Umsatzsteuervoranmeldung direkt per ELSTER ans Finanzamt übermitteln. Tarif S und M enthalten diese Funktion nicht. Die aktuellen Preise stehen auf der offiziellen Lexware-Preisseite und können durch Aktionen abweichen.

    Wann lohnt sich Lexoffice nicht mehr?

    Lexoffice stößt an Grenzen bei komplexen Konzernstrukturen, internationalen Umsätzen mit mehreren Länder-Steuersätzen oder spezialisierten Branchen mit eigener Warenwirtschaft. Dann sind andere Setups oder eine stärker spezialisierte Lösung oft sinnvoller.

    Kann mein Steuerberater direkt in Lexoffice arbeiten, ohne DATEV?

    Ja. Du kannst deinem Steuerberater einen direkten Buchungs- oder Vollzugriff einrichten. Dann kann er Belege prüfen, buchen und Voranmeldungen erstellen, ohne Datenexporte oder Medienbrüche über DATEV.

    Was kostet Lexoffice und was spare ich als bsteuern-Mandant?

    Die Tarife starten ab 6,90 Euro/Monat. Als bsteuern-Mandant bekommst du 6 Monate Lexware Office komplett kostenlos - als offizieller Premium-Partner seit 2019. Bei Jahreszahlung sparst du zusätzlich bis zu 20%.

    Welche Nachteile hat Lexoffice?

    Lexoffice hat einige Einschränkungen: kein Offline-Modus, begrenzte Anpassbarkeit für komplexe Unternehmensstrukturen, und die Kosten steigen mit höheren Tarifen. Für Freelancer und Kleinunternehmer überwiegen jedoch die Vorteile klar. Bei Unsicherheit beraten wir dich kostenlos, ob Lexoffice zu deiner Situation passt.

    Ist Lexoffice vom Finanzamt anerkannt?

    Ja, vollständig. Lexoffice erfüllt die GoBD-Anforderungen und überträgt Dokumente wie Umsatzsteuervoranmeldungen direkt per ELSTER ans Finanzamt. Das Kassenbuch ist rechtskonform und wird vom Finanzamt akzeptiert. Alle Belege werden GoBD-konform für 10 Jahre archiviert.

    Welche Alternativen gibt es zu Lexoffice?

    Die wichtigsten Alternativen sind sevdesk (aktueller Testsieger mit Note 1,2), FastBill (gut für Agenturen und Kreative), Debitoor, Buchhaltungsbutler, Pennylane und DATEV (für komplexe Unternehmen). bsteuern integriert Lexoffice direkt und verhindert Schatten-Buchhaltung.

    Kann ich bei Lexoffice auch die Lohnabrechnung machen?

    In höheren Tarifen ist die Lohn‑ und Gehaltsabrechnung enthalten. b’steuern richtet Sozialversicherungs‑Meldungen ein.

    Wie mache ich die Buchführung bei Lexware Office?

    Nach der Registrierung legst du dein Unternehmen an, richtest SKR03 oder SKR04 ein, verknüpfst dein Bankkonto und erfasst deine ersten Belege. Lexoffice schlägt dir automatisch Buchungskategorien vor. Für die Umsatzsteuervoranmeldung klickst du auf "Einreichen" - der Rest läuft automatisch per ELSTER.

    Wie integriere ich Lexoffice in meine Steuerberatung?

    Du gibst deinem Steuerberater einen direkten Zugang zu deinem Lexoffice-Konto. Bei bsteuern arbeiten wir direkt in deinem System - ohne Umwege über DATEV. Du musst keine Daten exportieren oder manuell übermitteln.

    Was ist der Unterschied zwischen Lexoffice und Lexware Office?

    Lexoffice und Lexware Office sind seit 2023 dasselbe Produkt. Haufe-Lexware hat beide Marken zusammengeführt. Der offizielle Produktname lautet heute Lexware Office, wird aber weiterhin häufig als Lexoffice bezeichnet.

    Gibt es eine kostenlose Testphase von Lexware Office?

    Ja, Lexoffice bietet eine 30-Tage-Testversion ohne Zahlungsangaben. In dieser Zeit profitierst du von unserem digitalen Onboarding mit 6 Monate kostenlos bei bsteuern.

    Was kostet Lexoffice und was sparst du als b’steuern-Mandant?

    Seit 2019 offizieller Lexoffice-Premium-Partner bieten wir dir Rabatte ab 6,90 €/Monat und bis zu 20 % Ersparnis bei Jahreszahlung. Bei b'steuern bekommst du 6 Monate kostenlos hier.‍