Glindway und b’steuern schließen sich zusammen, um digitale Steuerberatung mit Technologie, KI-gestützten Prozessen und unternehmerischem Denken weiterzuentwickeln.
Die vier Glindway-Gründer Maximilian Steuck, Manuel Müllerschön, David Kaufmann und Niv Adam werden Teil des Gründerteams von b’steuern und entwickeln das Unternehmen künftig gemeinsam mit Christopher Plantener, Stephen Ogden, Florian Gößmann-Schmitt und Joan Hinterauer weiter. Damit verbindet das achtköpfige Gründerteam umfassende Erfahrung in KI, Software- und Produktentwicklung mit steuerfachlicher Expertise und Erfahrung im Aufbau digitaler Steuerberatung. Christopher Plantener und Stephen Ogden haben zuvor gemeinsam die Kontist-Steuerberatung mit rund 200 Mitarbeitenden aufgebaut, Florian Gößmann-Schmitt bringt als Steuerberater Erfahrung im Kanzleiaufbau ein und Joan Hinterauer verantwortet die Organisationsentwicklung.
Was als Zusammenarbeit zwischen einer Steuerkanzlei und einem KI- und Software Start-Up begann, wird zu einer gemeinsamen Mission: Steuerberatung von Grund auf so zu entwickeln, wie sie unter den technologischen Möglichkeiten von heute aussehen kann. Technologie und Steuerberatung sollen nicht mehr als zwei getrennte Bereiche gedacht werden. Statt Software für eine Kanzlei zu entwickeln, arbeiten KI-Engineering, Produktentwicklung und steuerliche Praxis innerhalb eines Teams an denselben Prozessen und Produkten.
Das Ziel ist eine AI-first Steuerkanzlei, in der KI nicht nachträglich auf bestehende Abläufe gesetzt wird, sondern von Anfang an Teil der Infrastruktur ist. Für Mandant:innen soll das vor allem eines bedeuten: weniger manuelle Abstimmungen, aktuellere Unternehmensinformationen und eine Beratung, die früher erkennt, wo Handlungsbedarf entsteht.
Von Softwarepartner zur gemeinsamen Mission
Die Zusammenarbeit zwischen b’steuern und Glindway begann als klassische Dienstleisterbeziehung.
Das Team um Maximilian Steuck und Manuel Müllerschön hatte bereits Erfahrung mit dem Bau von Software für Steuerberatungen gesammelt. b’steuern wiederum hatte seit seiner Gründung eigene digitale Prozesse aufgebaut und suchte nach Möglichkeiten, KI stärker in den Kanzleialltag zu integrieren.
Mit der Zeit wurde aus einem klassischen Verhältnis zwischen Auftraggeber und Softwareanbieter eine immer engere Zusammenarbeit.
Glindway ist kein klassisches Software-Start-Up, sondern AI-first aufgestellt mit dem Anspruch, Prozesse von Grund auf neu zu bauen und sie nicht einfach nur zu digitalisieren. So traf eine Steuerkanzlei, die Technologie versteht, auf einen Tech-Partner, der KI nicht als zusätzliches Feature, sondern als Ausgangspunkt begreift. Daraus entstand eine Kombination, die es in dieser Form bislang kaum gibt. Schnell stand die Frage im Raum: Was wäre, wenn Steuerberatung von Menschen gebaut werden würde, die verstehen, wie moderne Unternehmen wirklich arbeiten?
Die gemeinsame Wette: ein KI-Operating-System für die Steuerberatung
Viele Unternehmen arbeiten heute selbstverständlich mit digitalen Tools. Buchhaltung, Banking, Rechnungen, Kommunikation und Auswertungen laufen über Systeme wie Lexware Office, BuchhaltungsButler, Qonto, DATEV, Slack oder Teams.
In der Steuerberatung sieht die Realität oft anders aus.
Daten werden doppelt gepflegt. Rückfragen kommen per E-Mail in langen Schleifen. Zahlen sind nicht aktuell. Auswertungen kommen zu spät. Und der Steuerberater wird erst sichtbar, wenn eine Frist drückt oder ein Problem entstanden ist.
Gleichzeitig wächst der Bedarf nach einer Steuerkanzlei, die digital ist, schnell reagiert und sich stärker in die Systeme und Abläufe moderner Unternehmen integriert. Eine Kanzlei, die Prozesse vereinfacht statt verkompliziert.
Genau diese Lücke wollen b’steuern und Glindway schließen. Gemeinsam bauen sie ein KI-Operating-System für die Steuerkanzlei und damit eine Infrastruktur, die Steuerberatung von der Basis her KI-nativ macht.
Denn eine digitale Steuerkanzlei bedeutet nicht, einem analogen Prozess ein Upload-Portal zu verpassen. Sie bedeutet, dass Prozesse, Daten und Beratung besser zusammenspielen.
Es geht darum, dass Prozesse ineinander greifen, statt von Hand zusammengehalten zu werden. Dass Abstimmungen schnell und klar passieren, statt in endlosen Schleifen zu hängen. Dass Zahlen nicht nur vorhanden, sondern verlässlich und aktuell sind. Und dass Steuerberatung sich nicht wie ein Bremsklotz anfühlt, sondern wie ein stabiler Rahmen, der Unternehmen Sicherheit gibt und den Fokus auf das Wesentliche erlaubt.
Dafür spielt KI eine zentrale Rolle. Sie kann einen großen Teil manueller und wiederkehrender Arbeit übernehmen, indem sie beispielsweise Belege erfasst, Informationen strukturiert, Auffälligkeiten erkennt und Abläufe automatisiert. So werden Teams entlastet und Kapazitäten für die Aufgaben frei, bei denen steuerfachliche Expertise wirklich entscheidend ist.
Denn Steuerberatung bleibt ein Bereich, in dem Kontext, Erfahrung und Sorgfalt zählen. KI ersetzt diese Expertise nicht, sondern schafft die Voraussetzungen dafür, sie gezielter einzusetzen. Gute Steuerberatung entsteht für b’steuern deshalb aus dem Zusammenspiel von steuerfachlichem Know-how, einer vernetzten Dateninfrastruktur und intelligent eingesetzter KI.
Genau darin liegt auch der Anspruch des Zusammenschlusses mit Glindway. Technologie soll nicht zum Selbstzweck werden, sondern dort zum Einsatz kommen, wo sie Steuerberater:innen entlastet und die Beratung für Mandant:innen besser macht.
Was sich durch den Zusammenschluss ändern soll
b’steuern versteht Steuerberatung nicht als externes Pflichtprogramm, sondern als Teil der Unternehmensinfrastruktur.
Mit Glindway gewinnt b’steuern zusätzliche Technologie- und Umsetzungskraft. Mit b’steuern findet Glindway einen Partner, der die Realität von Steuerberatung aus der Praxis kennt und bereits heute digital, integriert und mandanten-nah arbeitet.
Gemeinsam bauen sie eine AI-first Steuerkanzlei.
Der Fokus liegt darauf Prozesse zu schaffen, die näher am Arbeitsalltag moderner Unternehmen sind:
- aktuelle Zahlen statt rückwirkender Überraschungen
- integrierte Systeme statt Schattenbuchhaltung
- klare Kommunikation statt Fachjargon
- proaktive Hinweise statt reaktiver Schadensbegrenzung
- KI-gestützte Abläufe statt unnötiger manueller Arbeit
Für Mandant:innen soll Steuerberatung dadurch:
- nicht komplizierter werden, sondern einfacher
- nicht anonymer, sondern besser erreichbar
- nicht technischer um der Technik willen, sondern praktischer im Alltag
- nicht weniger persönlich, sondern besser vorbereitet
Was b’steuern unter einer AI-first Steuerkanzlei versteht und wie das im Kanzleialltag aussieht, steht auf der Seite zur digitalen Steuerberatung.
Interview: "Wir haben zuerst zusammengearbeitet, dann kam die Idee"
Was war der Ausgangspunkt eurer Zusammenarbeit?
Maximilian Steuck, Co-Founder:
"Wir sind als Softwarepartner gestartet. Wir hatten schon vorher für Steuerberatungen entwickelt und kannten die Branche entsprechend gut. Bei b’steuern ging es zunächst ganz praktisch darum, Technologie zu bauen, die im Alltag wirklich funktioniert. Ziemlich schnell haben wir aber gemerkt, dass hier etwas anders ist. Wir haben nicht einfach eine Anforderung abgearbeitet, sondern gemeinsam darüber nachgedacht, wie Prozesse besser laufen könnten. Das war von Anfang an mehr Austausch als ein klassisches Auftragsverhältnis."
Wie habt ihr die Zusammenarbeit auf der Seite von b’steuern erlebt?
Christopher Plantener, Co-Founder und CEO von b’steuern:
"Wir haben schon viel Technologie gesehen und auch selbst gebaut. Bei Glindway ist uns dabei ziemlich schnell aufgefallen, dass sie nicht einfach umsetzen, was wir bestellt haben, sondern die richtigen Fragen stellten.
Je länger wir zusammenarbeiteten, desto klarer wurde für uns, dass hier ein Partner sitzt, der unsere Welt versteht. Wir mussten nicht erklären, warum digitale, integrierte Prozesse wichtig sind. Die gemeinsame Grundüberzeugung war von Anfang an da."
Wann wurde aus der Zusammenarbeit die Idee, gemeinsam mehr zu machen?
Manuel Müllerschön, Co-Founder:
"Das ist nicht über Nacht passiert. Am Anfang ging es ganz praktisch darum, konkrete Themen sauber umzusetzen. Aber je länger wir zusammengearbeitet haben, desto stärker wurde der Austausch über die größere Frage: Wie müsste Steuerberatung eigentlich aussehen, wenn man sie heute konsequent aus Sicht moderner Unternehmen baut?Wir haben schnell gemerkt, dass wir sehr ähnlich auf dieses Thema schauen. Steuerberatung darf nicht nur Verwaltung sein. Sie muss verlässlich, digital, integriert und vorausschauend sein. Irgendwann war klar: Wir können diese Idee nicht nur als Dienstleister und Auftraggeber denken. Wir können sie gemeinsam weiterbauen."
Was bedeutet dieser Schritt für euch und eure Mandanten?
Stephen Ogden, Co-Founder und CPO von b’steuern:
"Für uns ist der Zusammenschluss der nächste konsequente Schritt, um unsere Vorstellung davon, wie Steuerberatung künftig funktionieren sollte, Wirklichkeit werden zu lassen. Wir haben digitale Steuerberatung schon einmal im großen Maßstab aufgebaut und wissen genau, wo es in der Praxis hakt. Mit Glindway können wir diese Erfahrung jetzt mit einer echten KI-first-Denke verbinden.
Für unsere Mandanten heißt das ganz konkret: schnellere Abläufe, aktuellere Zahlen und eine Beratung, die vorausdenkt statt nur zu reagieren. Wir wollen, dass Steuerberatung nicht bremst, sondern trägt. Genau daran bauen wir jetzt gemeinsam."
Der Zusammenschluss wird auch als Signal an den Markt gelesen. Zu Recht?
Niv Adam, Co-Founder:
"Ja, und so ist er auch gemeint. Viele Unternehmen haben sich längst digitalisiert. Ihre Steuerberatung oft nicht im gleichen Tempo. Zwischen den Tools, die im Alltag laufen, und den Prozessen, in denen steuerliche Themen bearbeitet werden, ist dadurch eine Lücke entstanden.
Diese Lücke kostet Zeit und sie schafft Unsicherheit. Vor allem verhindert sie, dass Finanzdaten überhaupt ihr Potenzial entfalten. Wir sagen nicht, dass der Markt sich verändern will. Wir sagen, dass er sich verändern muss."
Was bleibt dabei konkret liegen?
Joan Hinterauer, CNO and Co-Founder:
"Steuerliche Daten sind für viele nur Pflichtmaterial für die nächste Erklärung. Dabei sind es dieselben Zahlen, mit denen man Planung, Liquidität, Investitionen, Wachstum und Risiken beurteilt. Es fehlt selten an Daten. Es fehlt an der Aufbereitung und am Zeitpunkt.
Wenn die Zahlen erst Monate später sauber vorliegen, kann man damit nur noch erklären, was passiert ist. Vorher hätte man damit entscheiden können. Deshalb reicht eine Steuerberatung, die nur zurückschaut, heute nicht mehr. Sie muss mitdenken."
"Teil der Unternehmensinfrastruktur" ist eine große Formulierung. Was heißt das im Alltag?
David Kaufmann, Co-Founder:
"Ganz praktisch: Die Kanzlei arbeitet nicht neben den Systemen der Mandanten, sondern möglichst direkt in ihnen. Keine doppelte Buchhaltung. Keine unnötigen Medienbrüche. Keine Kommunikation, die nur aus Rückfragen besteht, die niemand versteht.
Infrastruktur heißt für uns: Es läuft, man merkt es kaum, und es trägt. Genau so sollte sich Steuerberatung anfühlen."
Für wen macht dieser Ansatz den größten Unterschied?
Florian Gößmann-Schmitt, Steuerberater und Co-Founder:
"Für Startups, GmbHs, UGs, Selbstständige und KMU ist das entscheidend. Je schneller ein Unternehmen wächst, desto wichtiger werden klare Zahlen und verlässliche Prozesse.
In frühen Phasen geht es um Struktur, Gründung, die ersten steuerlichen Pflichten, saubere Systeme und den ersten Jahresabschluss. In der Wachstumsphase um Skalierung, Planung, Auswertungen und Optimierung. Später kommen Risikomanagement, internationale Sachverhalte und strategische Entscheidungen dazu.
Eine moderne Steuerberatung muss diese Phasen nicht nur kennen. Sie muss mitwachsen können."

