Was ist der Hauptunterschied zwischen Einzelunternehmen und GmbH?
Die Haftung: Als Einzelunternehmer:in haftest du unbeschränkt mit deinem Privatvermögen, die GmbH haftet nur mit dem Gesellschaftsvermögen. Steuerlich zahlt das Einzelunternehmen Einkommensteuer (progressiv bis 45 %), die GmbH Körperschaft- und Gewerbesteuer: zusammen rund 30 % auf Gewinne, die im Unternehmen bleiben; Ausschüttungen kosten zusätzlich 25 % Kapitalertragsteuer plus Soli. Dafür verlangt die GmbH 25.000 € Stammkapital, Notar und deutlich mehr Verwaltungsaufwand. Bleibst du beim Einzelunternehmen, begleitet dich unser Steuerberater für Einzelunternehmen.
Schneller Überblick: Vergleichstabelle
Einzelunternehmen x GmbH
Die wichtigsten Unterschiede zwischen Einzelunternehmen und GmbH in der Übersicht
| Merkmal | Einzelunternehmen | GmbH |
|---|---|---|
| Haftung | Unbeschränkt, auch mit Privatvermögen | Beschränkt auf Gesellschaftsvermögen |
| Mindestkapital | Keins | 25.000 € (12.500 € bei Gründung einzahlbar) |
| Besteuerung | Einkommensteuer (progressiv bis 45 %) | Körperschaft- & Gewerbesteuer (ca. 30 % auf einbehaltene Gewinne, plus 25 % KapESt und Soli bei Ausschüttung) |
| Gründungsaufwand | Formlos, Anmeldung bei Gewerbe- oder Finanzamt | Notar + Handelsregister, ca. 700–1.000 € |
| Buchführung | EÜR bis 800.000 € Umsatz / 80.000 € Gewinn | Immer Bilanz + GuV (doppelte Buchführung) |
| Außenwirkung | Persönlich, Bonität hängt an dir | Hohe Akzeptanz bei Investoren & Banken |
Die Unterschiede im Detail
Das Einzelunternehmen ist der schnellste Weg in die Selbständigkeit: keine Mindesteinlage, kaum Formalitäten, volle Kontrolle. Der Gewinn wird direkt mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert. Dafür haftest du unbeschränkt, auch mit deinem Privatvermögen. Geeignet für Freiberufler:innen und kleine Gewerbe mit überschaubarem Risiko.
Vorteile
Nachteile
Die GmbH trennt Firmen- und Privatvermögen sauber: Sie haftet nur mit dem Gesellschaftsvermögen und zahlt auf einbehaltene Gewinne rund 30 % Körperschaft- und Gewerbesteuer, unabhängig von deinem persönlichen Steuersatz. Ab 2028 sinkt die Körperschaftsteuer schrittweise auf 10 % im Jahr 2032 (§ 23 KStG). Erst bei Ausschüttung kommt die zweite Steuerebene dazu. Dafür braucht sie 25.000 € Stammkapital, einen Notar und eine Bilanz. Typisch für wachsende Unternehmen und Investoren-Setups.
Vorteile
Nachteile
Einzelunternehmen in eine GmbH umwandeln: Schritt für Schritt
- 1Weg und Stichtag festlegen Einbringung nach § 20 UmwStG (Sachgründung oder Sachkapitalerhöhung) oder Neugründung mit Einzelübertragung. Der steuerliche Stichtag darf bis zu acht Monate zurückliegen (§ 20 Abs. 6 UmwStG): bei Sachgründung oder Sachkapitalerhöhung gerechnet ab Einbringungsvertrag und Übergang des Betriebs, bei einer Ausgliederung nach UmwG ab der Handelsregisteranmeldung. Typisch ist der 1. Januar.
- 2Einbringungsbilanz und Bewertung Buchwert, Zwischenwert oder gemeiner Wert (§ 20 Abs. 2 UmwStG). Beim Buchwertansatz bleibt der Vorgang steuerneutral, stille Reserven werden nicht aufgedeckt; der Antrag geht an das Finanzamt der GmbH.
- 3GmbH mit Sachgründung errichten Notarielle Beurkundung, Sachgründungsbericht (§ 5 Abs. 4 GmbHG) und Werthaltigkeitsnachweis, meist über die letzte Bilanz oder EÜR plus Bewertung.
- 4Handelsregister und Finanzamt Eintragung der GmbH, Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, neue Steuernummer und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, Abmeldung oder Umschreibung des Gewerbes.
- 5Verträge und Konten übertragen Kunden- und Lieferantenverträge, Miete, Leasing, Versicherungen und Bankkonten auf die GmbH umstellen; Arbeitsverhältnisse gehen nach § 613a BGB über.
- 6Sperrfrist im Kalender Ein Verkauf der GmbH-Anteile innerhalb von sieben Jahren löst rückwirkend Steuer auf die Einbringung aus (§ 22 Abs. 1 UmwStG). Der Nachweis über die Anteile ist jährlich bis zum 31. Mai zu führen (§ 22 Abs. 3 UmwStG).
- 7Neue Pflichten einplanen Ab jetzt Bilanz statt EÜR, Körperschaftsteuer, Offenlegung und Geschäftsführergehalt. Bei b’steuern wechselt dein Paket von Einzelunternehmer (159 bis 299 Euro) auf Juristische Person (299 bis 449 Euro im Monat).
Fazit
Das Einzelunternehmen gewinnt bei Einfachheit und niedrigen Kosten, ist aber bei Haftung und hohen Gewinnen im Nachteil. Sobald Gewinn, Risiko oder Investoren wachsen, spielt die GmbH ihre Stärken aus. Der Wechsel ist per Umwandlung sogar steuerneutral möglich.
Welche Form zu dir passt, klären wir im Gespräch.
Rechtsform, Steuerlast, Verwaltungsaufwand: Im Erstgespräch rechnen wir deinen Fall durch, gratis und ohne Verpflichtung.


