RECHTSFORM-VERGLEICH

Unterschied zwischen Personengesellschaft und Kapitalgesellschaft

GbR, OHG und KG oder GmbH, UG und AG? Die beiden Gruppen unterscheiden sich grundlegend bei Haftung und Besteuerung. Der Überblick, der alle Rechtsform-Vergleiche verbindet.

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Was ist der Unterschied zwischen Personengesellschaft und Kapitalgesellschaft?

Bei einer Personengesellschaft (GbR, OHG, KG) haften die Gesellschafter grundsätzlich mit ihrem Privatvermögen, der Gewinn wird direkt bei ihnen versteuert (Transparenzprinzip). Bei einer Kapitalgesellschaft (GmbH, UG, AG) haftet nur das Gesellschaftsvermögen: Die Gesellschaft zahlt selbst Körperschaft- und Gewerbesteuer, Ausschüttungen werden separat besteuert (Trennungsprinzip). Für GbR, OHG und KG ist unser Steuerberater für die GbR der richtige Startpunkt.

Schneller Überblick: Vergleichstabelle

Personengesellschaft x Kapitalgesellschaft

Die wichtigsten Unterschiede zwischen Personengesellschaft und Kapitalgesellschaft in der Übersicht

MerkmalPersonengesellschaftKapitalgesellschaft
RechtsformenGbR, OHG, KG, GmbH & Co. KGGmbH, UG (haftungsbeschränkt), AG
HaftungGrundsätzlich unbeschränkt, auch privat (Ausnahme: Kommanditisten)Beschränkt auf das Gesellschaftsvermögen
BesteuerungTransparenzprinzip: Gewinn wird bei den Gesellschaftern versteuertTrennungsprinzip: KSt + GewSt bei der Gesellschaft, Ausschüttung extra
GründungFormlos bis einfach, kein MindestkapitalNotar + Handelsregister, GmbH: 25.000 € Stammkapital
BuchführungEÜR oft möglich (nicht für OHG/KG als Kaufleute)Immer Bilanz + GuV
GewinnentnahmeFlexible EntnahmenGehalt oder Ausschüttung (Kapitalertragsteuer)

Die Unterschiede im Detail

Personengesellschaft (GbR, OHG, KG)

Personengesellschaften entstehen schnell und unkompliziert, eine GbR teils schon durch gemeinsames Handeln. Es gibt kein Mindestkapital, dafür haften die Gesellschafter grundsätzlich persönlich. Der Gewinn wird nach dem Transparenzprinzip direkt bei den Gesellschaftern versteuert, bei der Gewerbesteuer gilt ein Freibetrag von 24.500 € (§ 11 GewStG), und die Gewerbesteuer wird weitgehend auf die Einkommensteuer der Gesellschafter angerechnet (§ 35 EStG).

Vorteile

Schnelle, günstige Gründung
Flexible Entnahmen & GewSt-Freibetrag

Nachteile

Persönliche Haftung der Gesellschafter
Weniger attraktiv für Investoren
Praxis-Beispiel
Zwei Freelancer starten ihr gemeinsames Projekt als GbR ohne Notar.
Kapitalgesellschaft (GmbH, UG, AG)

Kapitalgesellschaften sind eigene juristische Personen: Sie schließen Verträge, haften selbst und zahlen eigene Steuern, rund 30 % aus Körperschaft- und Gewerbesteuer (Stand 2026; ab 2028 sinkt die Körperschaftsteuer jährlich um einen Prozentpunkt auf 10 % ab 2032, § 23 KStG). Die Gesellschafter haften nur mit ihrer Einlage. Dafür sind Gründung, Buchführung und Ausschüttungen formalisiert und deutlich aufwendiger.

Vorteile

Haftung auf Einlage begrenzt
Ideal für Investoren & Beteiligungen

Nachteile

Notar, Mindestkapital, Formalitäten
Zweite Steuerebene bei Ausschüttung
Praxis-Beispiel
Startup wählt die GmbH für seine Finanzierungsrunde.

Fazit

Personengesellschaften punkten mit Einfachheit und Flexibilität, Kapitalgesellschaften mit Haftungsschutz und Investorentauglichkeit. Seit 2022 können Personenhandelsgesellschaften per Option nach § 1a KStG sogar wie eine Kapitalgesellschaft besteuert werden. Die richtige Wahl hängt von Risiko, Gewinnhöhe und Wachstumsplänen ab.

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Häufige Fragen

Nicht dabei? Wir antworten direkt.

Was ist das Transparenzprinzip bei Personengesellschaften?
Das Transparenzprinzip bedeutet: Die Personengesellschaft selbst zahlt keine Einkommen- oder Körperschaftsteuer. Der Gewinn wird den Gesellschaftern anteilig zugerechnet und direkt bei ihnen mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert, unabhängig davon, ob er entnommen wird. Nur die Gewerbesteuer zahlt die Gesellschaft selbst, mit 24.500 € Freibetrag.
EÜR oder Bilanz: Was gilt für Personen- und Kapitalgesellschaften?
GmbH, UG und AG bilanzieren immer, ebenso OHG, KG und GmbH & Co. KG als Kaufleute (§ 238 HGB). Eine GbR oder Partnerschaft darf die EÜR nach § 4 Abs. 3 EStG nutzen. Eine gewerbliche GbR bilanziert erst nach Mitteilung des Finanzamts bei mehr als 800.000 € Umsatz oder 80.000 € Gewinn (§ 141 AO). Den Wechsel klären wir bei b’steuern vorab.
Was ist das Trennungsprinzip bei Kapitalgesellschaften?
Die GmbH versteuert ihren Gewinn selbst (2026 rund 30 %), Ausschüttungen kosten zusätzlich 25 % Kapitalertragsteuer. „Bei der GmbH kommt die zweite Ebene erst mit der Ausschüttung. Bei der Personengesellschaft versteuerst du dagegen deinen zugerechneten Gewinnanteil, egal ob du ihn entnimmst. Erst mit beiden Ebenen wird der Vergleich ehrlich“, so Florian Gößmann-Schmitt, Steuerberater und Mitgründer von b’steuern.
Welche Rechtsformen gehören zu welcher Gruppe?
Personengesellschaften sind GbR, OHG, KG und die GmbH & Co. KG. Kapitalgesellschaften sind GmbH, UG (haftungsbeschränkt) und AG. Das Einzelunternehmen gehört zu keiner Gruppe, wird aber transparent besteuert. Die GmbH & Co. KG muss ihren Jahresabschluss wie eine Kapitalgesellschaft aufstellen und offenlegen (§ 264a HGB). Detailvergleiche findest du im Steuer-Wissen von b’steuern.
Kann eine Personengesellschaft wie eine GmbH besteuert werden?
Ja. Nach § 1a KStG können Personenhandelsgesellschaften (OHG, KG, auch die GmbH & Co. KG) und Partnerschaftsgesellschaften auf unwiderruflichen Antrag zur Körperschaftsbesteuerung optieren, erstmals für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2021 beginnen (§ 34 Abs. 1a KStG). Seit dem Wachstumschancengesetz vom 27. März 2024 kann auch die eingetragene GbR optieren, eine nicht eingetragene GbR nicht. Die Gesellschaft bleibt zivilrechtlich Personengesellschaft, zahlt aber Körperschaft- und Gewerbesteuer wie eine Kapitalgesellschaft (§ 1a Abs. 1 KStG, § 2 Abs. 8 GewStG). Das lohnt sich vor allem, wenn Gewinne langfristig im Unternehmen bleiben sollen. Die Option sollte vorab sauber durchgerechnet werden.
Personengesellschaft oder Kapitalgesellschaft: Was ist steuerlich günstiger?
Das hängt davon ab, wie viel Gewinn im Unternehmen bleibt. In der Personengesellschaft zahlst du bis zu 45 % Einkommensteuer plus Soli, die Gewerbesteuer wird bis rund 400 % Hebesatz fast voll angerechnet (§ 35 EStG). Die GmbH zahlt 2026 rund 30 %, Ausschüttungen zusätzlich 25 % Kapitalertragsteuer plus Soli. Einbehaltene Gewinne der Personengesellschaft können mit 28,25 % besteuert werden (§ 34a EStG).

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