RECHTSFORM-VERGLEICH

Unterschied zwischen OHG und GbR

OHG und GbR sind beides Personengesellschaften ohne Haftungsbeschränkung. Unterschiede bestehen vor allem bei Handelsregistereintragung, Geschäftsvolumen und Pflichten.

Direktantwort

Was ist der größte Unterschied zwischen OHG und GbR?

Der größte Unterschied liegt in Registerpflicht und Buchführung: Die OHG ist eine kaufmännische Handelsgesellschaft, die ins Handelsregister eingetragen wird und doppelte Buchführung führen muss (§105 ff. HGB). Die GbR ist formlos, ohne Registerpflicht und meist mit einfacher Buchführung (§705 ff. BGB) – ideal für kleine Kooperationen und Freiberufler:innen.

Schneller Überblick: Vergleichstabelle

OHG x GbR

Die wichtigsten Unterschiede zwischen OHG und GbR in der Übersicht

MerkmalOHGGbR
Rechtsgrundlage§105 ff. HGB§705 ff. BGB
RegisterpflichtHandelsregister (Pflicht)Keine Registerpflicht
BuchführungDoppelte Buchführung (Pflicht)Meist einfache Buchführung (EÜR)
HaftungUnbeschränkt, gesamtschuldnerischUnbeschränkt, gesamtschuldnerisch
Geeignet fürGrößere Handelsunternehmen, hohes UmsatzvolumenKleine Kooperationen, Freiberufler:innen
AußenwirkungHohe Seriosität im GeschäftsverkehrInformeller, geringere Außenwirkung

Die Unterschied in Detail

OHG

Die Offene Handelsgesellschaft (OHG) ist eine kaufmännische Personengesellschaft. Sie muss ins Handelsregister eingetragen werden und unterliegt der Pflicht zur doppelten Buchführung. Sie eignet sich für größere Handelsunternehmen mit erheblichem Umsatzvolumen.

Vorteile

Klare Außenwirkung
Geeignet für größere Geschäfte

Nachteile

Mehr Pflichten (Register, Buchführung)
Unbeschränkte Haftung
Praxis-Beispiel
Händlergemeinschaft mit großem Warenumsatz.
GbR

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) ist die einfachste Form einer Personengesellschaft. Sie erfordert keine Registereintragung und eignet sich für kleine, überschaubare Projekte und Kooperationen – ideal für Freiberufler:innen oder Nebentätigkeiten.

Vorteile

Schnell & günstig gegründet
Kaum Formalitäten

Nachteile

Weniger seriös im Geschäftsverkehr
Unbeschränkte Haftung
Praxis-Beispiel
Zwei Designer:innen betreiben gemeinsam ein Studio.

Fazit

Die GbR eignet sich für kleine, unkomplizierte Kooperationen und Freiberufler:innen, die OHG für kaufmännische Tätigkeiten mit größerem Umfang. Wer mehr Seriosität und Struktur braucht, fährt mit der OHG besser; wer Flexibilität und Einfachheit will, mit der GbR.

FAQ

Häufige Fragen

Nicht dabei? Wir antworten direkt.

Was ist eine GbR?
Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) ist der Zusammenschluss von mindestens zwei Personen zur Verfolgung eines gemeinsamen Zwecks (§705 ff. BGB). Sie erfordert keine Eintragung ins Handelsregister und kein Mindestkapital, muss aber ab einem kaufmännischen Geschäftsbetrieb zur OHG werden. Typisch für Freiberufler:innen-Teams und kleine Kooperationen.
Was ist eine OHG?
Die Offene Handelsgesellschaft (OHG) ist eine kaufmännische Personengesellschaft nach §105 ff. HGB. Sie muss ins Handelsregister eingetragen werden, unterliegt der doppelten Buchführungspflicht und eignet sich für größere Handelsgeschäfte mit erheblichem Umsatzvolumen. Anders als die GbR tritt sie unter eigener Firma im Rechtsverkehr auf.
Wer haftet in einer GbR oder OHG?
In beiden Rechtsformen haften alle Gesellschafter unbeschränkt und gesamtschuldnerisch mit ihrem gesamten Privatvermögen – bei der GbR nach §705 ff. BGB, bei der OHG nach §105 ff. HGB. Eine Haftungsbeschränkung wie bei GmbH oder UG gibt es bei beiden Rechtsformen nicht.
Ab wann muss eine GbR zur OHG werden?
Sobald der Geschäftsbetrieb einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Umfang erfordert und die Gesellschaft damit Kaufmannseigenschaft nach §1 HGB erlangt, wird aus der GbR automatisch eine OHG. „Der Wechsel lohnt sich meist, sobald Umsatzvolumen und Organisationsaufwand über eine kleine Kooperation hinauswachsen“, so Florian Gössmann-Schmitt, Steuerberater bei b'steuern.
Wie werden OHG und GbR besteuert?
Beide Rechtsformen sind steuerlich transparent: Die Gewinne werden den Gesellschaftern zugerechnet und mit deren persönlichem Einkommensteuersatz besteuert. Gewerbesteuer fällt nur bei der OHG an, da sie kraft Rechtsform als Gewerbebetrieb gilt; die GbR zahlt sie nur, wenn sie tatsächlich gewerblich statt freiberuflich tätig ist.
Was kostet ein Steuerberater für OHG oder GbR?
Ein digitaler Steuerberater wie b'steuern kalkuliert die Kosten meist nach Umsatz und Buchungsvolumen statt nach den Stundensätzen der StBVV und bietet transparente Festpreise. Die Steuerberatungskosten sind zu 100 % als Betriebsausgabe absetzbar und senken damit unmittelbar die steuerliche Belastung von OHG und GbR.

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