RECHTSFORM-VERGLEICH

Unterschied zwischen GmbH und GmbH & Co. KG

Die GmbH und die GmbH & Co. KG zählen zu den beliebtesten Rechtsformen für Unternehmen in Deutschland. Auf den ersten Blick ähneln sie sich stark, beide kombinieren Haftungsbeschränkung mit klaren Strukturen. Dennoch gibt es entscheidende Unterschiede bei Gründung, Haftung, Steuern und Flexibilität.

Von Unternehmern für Unternehmer
Von der Anlage bis zur Abgabe
Integriert mit Lexoffice, BuchhaltungsButler und Co
Direktantwort

Was ist der größte Unterschied zwischen GmbH und GmbH & Co. KG?

Der größte Unterschied liegt in der Struktur: Die GmbH ist eine einzelne Kapitalgesellschaft, während die GmbH & Co. KG aus zwei Gesellschaften besteht – einer GmbH als vollhaftender Komplementärin und einer KG mit beschränkt haftenden Kommanditisten. Steuerlich gilt die GmbH & Co. KG als Personengesellschaft mit transparenter Besteuerung, während die GmbH Körperschaftsteuer zahlt.

Schneller Überblick: Vergleichstabelle

GmbH x GmbH & Co. KG

Die wichtigsten Unterschiede zwischen GmbH und GmbH & Co. KG in der Übersicht

MerkmalGmbHGmbH & Co. KG
Gründungsstruktur1 Gesellschaft2 Gesellschaften: GmbH (Komplementärin) + KG
HaftungBeschränkt auf die Stammeinlage (§ 13 GmbHG)Kommanditisten bis zur Hafteinlage (§ 171 HGB), Komplementär-GmbH nur mit ihrem Vermögen
Besteuerung15 % Körperschaftsteuer plus Soli und Gewerbesteuer ohne Freibetrag, rund 30 %Transparent: Einkommensteuer der Gesellschafter bis 45 %, Gewerbesteuer mit Freibetrag 24.500 € und Anrechnung (§ 35 EStG)
GründungskostenNiedriger (1 Gesellschaft, 25.000 € Stammkapital)Höher (2 Gesellschaften, zusätzliche Notar- & Registerkosten)
Gewinn beim GesellschafterErst bei Ausschüttung: 25 % Abgeltungsteuer plus SoliSofort, auch ohne Entnahme; Gehalt der Gesellschafter ist Sondervergütung (§ 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG)
Geeignet fürStartups, KMU, Investoren-getriebenFamilienunternehmen, Nachfolgemodelle, Beteiligungsstrukturen

Der Unterschied im Detail

GmbH

Die GmbH ist die am häufigsten gewählte Kapitalgesellschaft in Deutschland. Sie erfordert ein Mindeststammkapital von 25.000 € (davon 12.500 € sofort einzahlbar) und haftet nur mit dem Gesellschaftsvermögen. Sie eignet sich besonders für Startups, KMU und Investoren-getriebene Projekte.

Vorteile

Einfache, anerkannte Struktur
International hohe Reputation

Nachteile

Höheres Mindestkapital (25.000 €)
Körperschaft- & Gewerbesteuer auf Gesellschaftsebene
Praxis-Beispiel
Ein Startup mit Investoren gründet direkt als GmbH mit 25.000 € Stammkapital.
GmbH & Co. KG

Die GmbH & Co. KG ist eine Sonderform der KG (§ 161 HGB), bei der eine GmbH die Rolle der vollhaftenden Komplementärin übernimmt – keine natürliche Person haftet unbeschränkt. Die weiteren Gesellschafter sind Kommanditisten mit beschränkter Haftung. Häufig genutzt in Familienunternehmen und Nachfolgemodellen.

Vorteile

Keine unbeschränkte Haftung natürlicher Personen
Transparente Besteuerung bei Gesellschaftern

Nachteile

Zwei Gesellschaften nötig (GmbH + KG)
Höhere Gründungskosten (Notar & Register)
Praxis-Beispiel
Ein Familienunternehmen überträgt Anteile an die nächste Generation über eine GmbH & Co. KG.

So gründest du eine GmbH & Co. KG: Schritt für Schritt

1

Komplementär-GmbH gründen

Gesellschaftsvertrag notariell beurkunden (§ 2 GmbHG), 25.000 Euro Stammkapital, mindestens 12.500 Euro sofort einzahlen (§ 7 GmbHG), Eintragung ins Handelsregister Abteilung B. Alternativ übernimmt eine UG (haftungsbeschränkt) die Komplementärrolle.

2

KG-Gesellschaftsvertrag aufsetzen

Komplementärin (die GmbH) und Kommanditisten benennen, Hafteinlagen, Gewinnverteilung und Geschäftsführung regeln. Formfrei möglich, in der Praxis schriftlich und beim selben Notartermin.

3

KG zum Handelsregister anmelden

Anmeldung durch alle Gesellschafter, notariell beglaubigt (§ 162 HGB), Eintragung in Abteilung A. Erst mit der Eintragung gilt die Haftungsbeschränkung der Kommanditisten nach außen (§ 176 HGB).

4

Beide Gesellschaften steuerlich erfassen

Fragebogen zur steuerlichen Erfassung über ELSTER für GmbH und KG, jeweils eigene Steuernummer, Gewerbeanmeldung der KG bei der Gemeinde.

5

Eröffnungsbilanzen und Buchhaltung aufsetzen

Beide Gesellschaften sind Kaufleute und bilanzieren (§§ 238, 242 HGB). Konten trennen und Verrechnungen zwischen GmbH und KG von Anfang an dokumentieren: Haftungsvergütung, Geschäftsführervergütung, Darlehen.

6

Laufende Pflichten einplanen

Umsatzsteuer-Voranmeldungen, Feststellungserklärung der KG, Körperschaftsteuer der GmbH, Jahresabschluss und Offenlegung je Gesellschaft. § 264a HGB stellt die GmbH & Co. KG bei der Offenlegung den Kapitalgesellschaften gleich.

7

Steuerberatung für beide Gesellschaften

Zwei Gesellschaften heißt zweimal Jahresabschluss, zweimal Erklärungen, zweimal Offenlegung. Bei b'steuern laufen beide in einem abgestimmten Prozess: Personengesellschaft 229 bis 379 Euro, Juristische Person 299 bis 449 Euro im Monat.

Fazit

Die GmbH punktet mit Einfachheit und Reputation, besonders für Startups oder KMU mit Investoren. Die GmbH & Co. KG bietet steuerliche und organisatorische Vorteile für Familienunternehmen und Beteiligungsmodelle, erfordert jedoch etwas mehr Aufwand bei Gründung und Verwaltung. Wer vor allem Haftungsbeschränkung mit einfacher Struktur sucht, fährt mit der GmbH gut. Wer flexible steuerliche Modelle oder Nachfolgeplanung braucht, profitiert von der GmbH & Co. KG.

FAQ

Häufige Fragen

Nicht dabei? Wir antworten direkt.

Was ist eine GmbH?
Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) ist die am häufigsten gewählte Kapitalgesellschaft in Deutschland. Sie erfordert nach § 5 GmbHG ein Mindeststammkapital von 25.000 € (davon 12.500 € sofort einzahlbar), haftet nur mit dem Gesellschaftsvermögen und eignet sich besonders für Startups, KMU und Investoren-getriebene Projekte.
Was ist eine GmbH & Co. KG?
Die GmbH & Co. KG ist eine Sonderform der Kommanditgesellschaft (§ 161 HGB), bei der eine GmbH als Komplementärin die volle Haftung übernimmt – keine natürliche Person haftet unbeschränkt (§ 13 GmbHG). Die übrigen Gesellschafter sind Kommanditisten mit beschränkter Haftung, häufig genutzt bei Familienunternehmen und in der Unternehmensnachfolge.
Ist die GmbH & Co. KG teurer zu gründen?
Ja. Da die GmbH & Co. KG aus zwei Gesellschaften besteht – einer GmbH als Komplementärin und der eigentlichen KG – fallen doppelte Gründungskosten an: zwei Handelsregistereintragungen, zwei Gesellschaftsverträge und entsprechend höhere Notarkosten. Die Gründung dauert dadurch meist auch länger als bei einer einzelnen GmbH.
Haftung und Steuern im Vergleich: GmbH oder GmbH & Co. KG?
Bei der Haftung sind beide gleich sicher: Weder GmbH-Gesellschafter noch Kommanditisten haften über ihre Einlage hinaus. Der Unterschied liegt bei den Steuern. Die GmbH zahlt 15 % Körperschaftsteuer plus Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer auf Gesellschaftsebene, zusammen rund 30 %. Die GmbH & Co. KG ist steuerlich transparent: Ihr Gewinn wird den Gesellschaftern zugerechnet und mit deren Einkommensteuer von bis zu 45 % besteuert, die Gewerbesteuer wird nach § 35 EStG angerechnet.
Welche Rechtsform ist für Startups besser geeignet?
In den meisten Fällen die GmbH: Sie ist international anerkannt, einfacher zu strukturieren und für Investoren transparenter zu bewerten. „Die GmbH & Co. KG lohnt sich für Startups fast nie – sie zahlt sich erst aus, sobald Nachfolge- oder familieninterne Beteiligungsfragen im Vordergrund stehen“, so Florian Gössmann-Schmitt, Steuerberater bei b'steuern.
Was kostet ein Steuerberater für GmbH oder GmbH & Co. KG?
Ein digitaler Steuerberater wie b'steuern kalkuliert die Kosten meist nach Umsatz und Buchungsvolumen statt nach den Stundensätzen der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) und bietet dadurch transparente Festpreise. Die Steuerberatungskosten sind zu 100 % als Betriebsausgabe absetzbar und senken damit unmittelbar die steuerliche Belastung von GmbH und GmbH & Co. KG.

Vereinfache deine Steuern mit digitalen Lösungen.

Erlebe stressfreie, digitale Steuerberatung für Unternehmer, von Unternehmern.