Inhaltsverzeichnis
Key Takeaways
  • Was: Eine Immobilien-GmbH kauft, hält und vermietet eigene Immobilien. Sie zahlt 15,825 % Körperschaftsteuer und Soli; ab 2028 sinkt der Körperschaftsteuersatz schrittweise auf 10 % ab 2032.
  • Gewerbesteuer: Als GmbH ist sie immer gewerbesteuerpflichtig. Die erweiterte Kürzung nimmt den Ertrag aus eigenem Grundbesitz auf Antrag heraus, solange keine schädliche Nebentätigkeit dazukommt.
  • Wann sinnvoll: Wenn du langfristig hältst und die Überschüsse reinvestierst. Bei voller Ausschüttung liegt die Belastung mit Kürzung bei rund 38 %, und ein Verkauf ist in der GmbH immer steuerpflichtig.
  • Vorher klären: Wer hält, was tut die Gesellschaft, wie lange hältst du, wie fließt das Geld. Bestand einzubringen kostet meist Grunderwerbsteuer und kann einen privaten Veräußerungsgewinn auslösen.

Du willst Immobilien nicht mehr privat kaufen, sondern über eine eigene GmbH? Dann stellst du dir dieselbe Frage wie viele, die vor dem ersten Objekt oder vor der Gründung zu uns ins Erstgespräch kommen: Lohnt sich eine Immobilien-GmbH für mich, und was kostet sie mich jedes Jahr? Die ehrliche Antwort hängt weniger an der Zahl deiner Wohnungen als daran, was mit dem Geld passieren soll.

Dieser Artikel ist für dich, wenn du eine Immobilien-GmbH gründen willst, schon eine hast oder privat gehaltene Immobilien neben einem eigenen Unternehmen besitzt und die passende Struktur suchst. Du erfährst, wie die Immobilien-GmbH besteuert wird, ab wann sie sich rechnet, wie du sie in sechs Schritten gründest und welche Pflichten jedes Jahr auf dich zukommen. Rechtsstand: Oktober 2026.

Was ist eine Immobilien-GmbH?

Eine Immobilien-GmbH ist eine GmbH, die eigene Immobilien kauft, hält und vermietet. Sie zahlt auf ihren Gewinn 15 % Körperschaftsteuer plus Solidaritätszuschlag, zusammen 15,825 %, und ist als GmbH immer gewerbesteuerpflichtig. Verwaltet und nutzt sie ausschließlich eigenen Grundbesitz, kürzt sie auf Antrag den Gewerbeertrag um den Teil, der auf die Vermietung entfällt.

Im Alltag heißt sie auch Objektgesellschaft oder Immobiliengesellschaft. Steuerlich zählt vor allem, was sie tut. Hält und vermietet sie langfristig eigene Objekte, ist sie eine reine Grundstücksverwaltung. Verwaltet sie zusätzlich Objekte anderer Eigentümer, erbringt operative Dienstleistungen oder handelt mit Grundstücken, steht die erweiterte Kürzung auf dem Spiel, denn das Gesetz verlangt dafür die Verwaltung und Nutzung von ausschließlich eigenem Grundbesitz (§ 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG).

Eine Immobilien-GmbH ist ein Sonderfall der vermögensverwaltenden GmbH, die neben Immobilien auch Wertpapiere und Beteiligungen bündeln kann. Hier geht es nur um Immobilien. b’steuern ist ein digitaler Steuerberater aus Berlin und betreut Immobilien-GmbHs, Objektgesellschaften und Holdings deutschlandweit. Wie wir dabei vorgehen, zeigt unsere Steuerberatung für Immobilien-GmbHs.

Privat oder GmbH: Welche Fragen klären wir zuerst?

Bevor wir über die Rechtsform sprechen, klären wir vier Fragen: Wer hält die Immobilie, welche Tätigkeit übt die Gesellschaft aus, wie lange willst du das Objekt halten und wie fließen Kaufpreis, Darlehen, Miete und ein späterer Verkaufserlös? Erst mit diesen Antworten lassen sich Gewerbesteuer, Umsatzsteuer und Abschreibung belastbar einordnen.

  1. Wer hält oder nutzt die Immobilie? Du allein, gemeinsam mit deinem Ehepartner, mit Geschäftspartnern oder eine bestehende GmbH? Für jedes Objekt brauchen wir Eigentümer, Quote, Darlehen und Zahlungsweg.
  2. Welche Tätigkeit übt die Gesellschaft aus? Halten und vermieten, für andere verwalten, entwickeln oder handeln: Jede dieser Tätigkeiten wird anders besteuert, und nicht alle vertragen sich in einer Gesellschaft.
  3. Wie lange willst du halten? Wer langfristig hält und reinvestiert, profitiert eher von der GmbH. Wer in wenigen Jahren verkaufen will, muss wissen, dass der Verkauf in der GmbH immer steuerpflichtig ist.
  4. Wie fließt das Geld? Bleiben die Mietüberschüsse in der Gesellschaft, oder brauchst du sie privat? Diese Frage entscheidet am Ende über die Steuerlast.

Situationen, die wir in Erstgesprächen regelmäßig sehen

  • Die Strukturfrage vor dem ersten Kauf: Du willst wissen, ob eine GmbH-Struktur wirtschaftlich und steuerlich sinnvoll ist, bevor der Notartermin steht. Das ist der beste Zeitpunkt, weil sich die Struktur danach nur mit Grunderwerbsteuer und Veräußerungsfolgen ändern lässt.
  • Private Immobilien neben eigenen Gewerbebetrieben: Du führst ein oder mehrere Unternehmen und hältst daneben Wohnungen privat, teils allein, teils mit deinem Ehepartner. Hier zählt zuerst, Eigentum, Quoten und Zahlungswege pro Objekt zu trennen. Ein gemeinsames Bankkonto darf die steuerliche Trennung nicht verwischen.
  • Eine Immobilien-GmbH mit mehreren Eigentumswohnungen neben einer weiteren GmbH: Darlehen, Leistungen, Kostenumlagen und Geschäftsführung zwischen beiden Gesellschaften müssen vertraglich geregelt sein. Die Objektgesellschaft ist kein isoliertes Buchhaltungsmandat.

Ein Plan, den du vor der Gründung prüfen solltest: Soll neben dem eigenen Bestand eine Hausverwaltung für fremde Eigentümer entstehen, ist das eine eigene Strukturentscheidung. Fremdverwaltung in derselben GmbH kann die erweiterte Kürzung für die Mieterträge kosten.

Eine Immobilien-GmbH ist ein Werkzeug, keine Steuerersparnis an sich. Ob sie passt, entscheiden die vier Fragen oben.

Wie wird eine Immobilien-GmbH besteuert?

Die Immobilien-GmbH zahlt 15 % Körperschaftsteuer plus 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf, zusammen 15,825 %. Ab 2028 sinkt der Körperschaftsteuersatz jedes Jahr um einen Prozentpunkt, bis er ab 2032 bei 10 % liegt. Dazu kommt bei der Immobilien-GmbH Gewerbesteuer: 3,5 % Messzahl mal Hebesatz der Gemeinde, bei 400 % also 14 %, soweit die erweiterte Kürzung nicht greift.

Die Sätze stehen in § 23 Abs. 1 KStG und § 4 SolZG, die Messzahl in § 11 Abs. 2 GewStG. Einen Gewerbesteuer-Freibetrag bekommt die GmbH nicht, denn den gewährt § 11 Abs. 1 GewStG nur natürlichen Personen und Personengesellschaften. Die Tätigkeit einer GmbH gilt stets in vollem Umfang als Gewerbebetrieb (§ 2 Abs. 2 GewStG).

Ein Rechenbeispiel mit 100.000 € Gewinn aus Vermietung und einem angenommenen Hebesatz von 400 % (vereinfacht, ohne die einfache Kürzung um die Grundsteuer): Greift die erweiterte Kürzung, zahlt die GmbH 15.825 € Körperschaftsteuer und Soli. Greift sie nicht, kommen 14.000 € Gewerbesteuer dazu, zusammen 29.825 €. Die erweiterte Kürzung ist deshalb der wichtigste Hebel einer Immobilien-GmbH und zugleich ihr empfindlichster Punkt. Wie die GmbH allgemein besteuert wird, erklären wir in Steuern der GmbH.

So schneiden die vier Strukturen ab, zwischen denen du in der Regel wählst:

KriteriumPrivat (allein oder mit Ehepartner)Vermögensverwaltende PersonengesellschaftImmobilien-GmbHImmobilien-GmbH unter einer Holding
Steuer auf den laufenden MietüberschussEinkommensteuer nach deinem persönlichen Satz, bis 45 % (§ 32a EStG)Einkommensteuer bei jedem Gesellschafter für seinen Anteil, nach gesonderter Feststellung (§ 180 Abs. 1 AO)15,825 % Körperschaftsteuer und Soliwie die Immobilien-GmbH
Gewerbesteuerkeine, Vermietung ist eine eigene Einkunftsart (§ 21 EStG)keine, solange sie nicht gewerblich tätig oder gewerblich geprägt ist (§ 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG)immer, erweiterte Kürzung auf Antrag möglichObjektgesellschaft wie links; die Holding kürzt Dividenden ab 15 % Beteiligung (§ 9 Nr. 2a GewStG)
Geld für dich privatsofort verfügbar, bereits versteuertnach Gewinnverteilung verfügbar, bereits versteuertnur über Ausschüttung, dann 25 % Abgeltungsteuer plus Soli (§ 32d Abs. 1 EStG)Ausschüttung an die Holding effektiv zu rund 1,5 % belastet, an dich erst bei Ausschüttung der Holding
Verkauf eines Objektsnach mehr als zehn Jahren kein privates Veräußerungsgeschäft, sofern kein gewerblicher Grundstückshandel vorliegt (§ 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG)Zehn-Jahres-Frist gilt anteilig für jeden Gesellschafter (§ 23 Abs. 1 Satz 4 EStG)Gewinn immer steuerpflichtig, keine Haltefrist (§ 8 Abs. 2 KStG)Gewinn immer steuerpflichtig in der Objektgesellschaft
Laufende PflichtenAnlage V in deiner EinkommensteuererklärungFeststellungserklärung, Überschussrechnungdoppelte Buchführung, Bilanz, Offenlegung, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärungalles doppelt: je Gesellschaft ein Abschluss und eigene Erklärungen

Die Rechtsformen im Detail vergleicht unser Beitrag zum Unterschied zwischen Personengesellschaft und Kapitalgesellschaft.

Ab wann lohnt sich eine Immobilien-GmbH?

Eine feste Zahl an Wohnungen, ab der sich eine Immobilien-GmbH immer lohnt, gibt es nicht. Sie rechnet sich vor allem, wenn du die Mietüberschüsse in der Gesellschaft lässt und in weitere Objekte steckst, dein persönlicher Steuersatz hoch ist und du langfristig hältst. Brauchst du das Geld privat oder willst du bald verkaufen, schrumpft der Vorteil.

Der Grund liegt in der zweiten Steuerstufe. Solange der Gewinn in der GmbH bleibt (Thesaurierung), zahlst du mit erweiterter Kürzung 15,825 %. Erst wenn die GmbH an dich ausschüttet, kommen 25 % Abgeltungsteuer plus Soli auf den Rest dazu. Die Rechnung für 100.000 € Mietüberschuss, Hebesatz 400 %, ohne Kirchensteuer:

100.000 € Mietüberschuss in der GmbHMit erweiterter KürzungOhne erweiterte Kürzung
Körperschaftsteuer und Soli (15,825 %)15.825 €15.825 €
Gewerbesteuer (3,5 % × 400 %)0 €14.000 €
Bleibt in der GmbH zum Reinvestieren84.175 €70.175 €
Abgeltungsteuer und Soli bei voller Ausschüttung (26,375 %)22.202 €18.509 €
Gesamtbelastung bei voller Ausschüttung38.027 € (rund 38,0 %)48.334 € (rund 48,3 %)

Zum Vergleich: Privat liegt der Grenzsteuersatz 2026 ab 69.879 € zu versteuerndem Einkommen bei 42 % und ab 277.826 € bei 45 %, jeweils zuzüglich Solidaritätszuschlag, soweit er anfällt (§ 32a Abs. 1 EStG). Wer reinvestiert, arbeitet in der GmbH also mit deutlich mehr Kapital. Wer alles ausschüttet, landet mit Kürzung nur wenig unter dem privaten Spitzensatz und ohne Kürzung darüber. Dazu kommt: Privat ist ein Verkauf nach mehr als zehn Jahren grundsätzlich kein privates Veräußerungsgeschäft, sofern kein gewerblicher Grundstückshandel vorliegt; in der GmbH gibt es diese Frist nicht.

Bei Ausschüttungen kannst du unter Voraussetzungen das Teileinkünfteverfahren beantragen: ab 25 % Beteiligung oder ab 1 %, wenn du beruflich für die GmbH tätig bist und dadurch maßgeblichen unternehmerischen Einfluss nehmen kannst (§ 32d Abs. 2 Nr. 3 EStG). Dann sind 40 % der Ausschüttung steuerfrei (§ 3 Nr. 40 EStG), der Rest wird mit deinem persönlichen Satz besteuert. Wann das günstiger ist, zeigt unser Beitrag zur Gewinnausschüttung.

Warum es keine Faustregel nach Objektzahl gibt: Jahresabschluss, Offenlegung und Steuererklärungen fallen ab dem ersten Objekt an, unabhängig davon, wie viele Belege im Monat anfallen. Eine GmbH mit zwei Wohnungen hat dieselben Grundpflichten wie eine mit zwanzig. Lohnen muss sich die Struktur deshalb über den Steuersatzunterschied auf die Gewinne, die tatsächlich in der Gesellschaft bleiben.

Vorteile und Nachteile der Immobilien-GmbH

Der größte Vorteil ist der niedrige Steuersatz auf einbehaltene Gewinne, der größte Nachteil die fehlende Haltefrist beim Verkauf. Dazwischen liegen Punkte, die in der Praxis oft unterschätzt werden:

VorteileNachteile
15,825 % auf einbehaltene Gewinne statt bis zu 45 % Einkommensteuer, sofern die erweiterte Kürzung greiftJeder Verkauf ist steuerpflichtig, auch nach zehn Jahren und mehr
Mehr Kapital für Tilgung und weitere Objekte, solange du nicht ausschüttestAusschüttungen werden ein zweites Mal besteuert, mit 25 % Abgeltungsteuer plus Soli
Haftung auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt (§ 13 Abs. 2 GmbHG), soweit du der Bank keine persönlichen Sicherheiten gibstDoppelte Buchführung, Bilanz und Offenlegung jedes Jahr, auch bei wenigen Belegen
Neue Partner oder die nächste Generation lassen sich über Geschäftsanteile beteiligen statt über einzelne GrundstückeGrunderwerbsteuer und mögliche Veräußerungsgewinne, wenn du privaten Bestand überträgst
Klare Trennung von Privatvermögen und Objekten, wenn Konten und Verträge sauber geführt sindDie erweiterte Kürzung geht schon durch einzelne schädliche Nebentätigkeiten verloren
Gewerblich genutzte Gebäude schreibt die GmbH mit 3 % im Jahr ab; im Privatvermögen sind es bei Fertigstellung vor 2023 nur 2 %Wohnst du günstiger als ein Fremder in einer Wohnung der GmbH oder zahlst du Privates vom GmbH-Konto, droht eine verdeckte Gewinnausschüttung

Immobilie in die GmbH einbringen oder neu in der GmbH kaufen?

Neu in der GmbH zu kaufen ist meist der einfachere Weg. Bringst du eine privat gehaltene Immobilie ein, gilt das steuerlich als Veräußerung: Liegt dein Kauf keine zehn Jahre zurück, versteuerst du den Wertzuwachs privat, bei einer verdeckten Einlage zum gemeinen Wert. Dazu fällt beim Übergang auf die GmbH grundsätzlich Grunderwerbsteuer an.

Die Regeln dazu: Ein Verkauf an deine GmbH ist ein normales Veräußerungsgeschäft. Auch die verdeckte Einlage, also die Übertragung ohne Gegenleistung, gilt als Veräußerung, angesetzt wird der gemeine Wert (§ 23 Abs. 1 Satz 5 Nr. 2 und Abs. 3 Satz 2 EStG). Grunderwerbsteuer fällt an, weil das Grundstück auf die GmbH übergeht (§ 1 Abs. 1 GrEStG). Den Steuersatz legt jedes Bundesland selbst fest (Art. 105 Abs. 2a GG); ohne Landesregelung gilt der Bundessatz von 3,5 % (§ 11 Abs. 1 GrEStG).

Liegt dein Kauf mehr als zehn Jahre zurück, entsteht privat grundsätzlich kein steuerpflichtiger Veräußerungsgewinn mehr, solange kein gewerblicher Grundstückshandel vorliegt. Auch die Übertragung auf deine GmbH kann dabei als Verkauf zählen. Die Grunderwerbsteuer bleibt trotzdem. Für die GmbH ist dann grundsätzlich der Teilwert im Zeitpunkt der Einlage der Ausgangswert für die Abschreibung (§ 6 Abs. 1 Nr. 5 EStG); für Objekte, die du erst in den letzten drei Jahren angeschafft hast, gelten Sonderregeln. Rechne deshalb vor jeder Übertragung durch, was dich die Einbringung kostet und was sie in der GmbH bringt, und vergleiche das mit einem Neukauf direkt in der Gesellschaft.

Neu kaufen: Kaufpreisaufteilung und Abschreibung von Anfang an sauber

Abschreiben kann die GmbH nur das Gebäude. Grund und Boden ist nicht abnutzbar und bleibt mit den Anschaffungskosten stehen (§ 6 Abs. 1 Nr. 2 EStG). Was im Kaufvertrag zur Aufteilung steht, bestimmt deshalb deine Abschreibung für Jahrzehnte. Lass den Entwurf vor dem Notartermin prüfen. Die Sätze für Gebäude in der GmbH:

Gebäude im Betriebsvermögen der GmbHAbschreibung pro JahrFundstelle
Nicht zu Wohnzwecken genutzt, etwa Büro oder Laden (Bauantrag nach dem 31.03.1985)3 %§ 7 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 EStG
Wohngebäude, fertiggestellt nach dem 31.12.20223 %§ 7 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG
Wohngebäude, fertiggestellt von 1925 bis Ende 20222 %§ 7 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b EStG
Wohngebäude, fertiggestellt vor 19252,5 %§ 7 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG
Neue Wohngebäude mit Baubeginn oder Kaufvertrag vom 01.10.2023 bis 30.09.2029, gekauft bis Ende des Fertigstellungsjahreswahlweise 5 % vom jeweiligen Restwert§ 7 Abs. 5a EStG

Ist die tatsächliche Nutzungsdauer eines Gebäudes kürzer als die gesetzlich unterstellte, darfst du nach dieser kürzeren Dauer abschreiben (§ 7 Abs. 4 Satz 2 EStG). Bei Altbauten kann sich ein Gutachten zur Restnutzungsdauer lohnen. Lege für jedes Objekt eine digitale Objektakte an: Kaufvertrag, Übergabeprotokoll, Finanzierung, Kaufpreisaufteilung, Gutachten, Rechnungen und Nutzungsänderungen. Was beim Kauf fehlt, fehlt sonst beim Verkauf oder in der Betriebsprüfung.

Immobilien-GmbH gründen: Ablauf in 6 Schritten

Eine Immobilien-GmbH gründest du wie jede GmbH beim Notar, mit mindestens 25.000 € Stammkapital, von dem vor der Anmeldung zum Handelsregister mindestens 12.500 € eingezahlt sein müssen. Der Unterschied liegt vor dem Notartermin: Struktur, Unternehmensgegenstand und die Trennung der Tätigkeiten entscheiden, ob die erweiterte Kürzung später überhaupt möglich ist.

  1. Struktur-Check: Beantworte die vier Fragen von oben. Entscheide, ob eine Holding darüber sitzen soll, ob eine Hausverwaltung oder andere operative Tätigkeiten in eine eigene Gesellschaft gehören und wer welche Anteile hält.
  2. Gesellschaftsvertrag mit passendem Unternehmensgegenstand: Formuliere den Gegenstand eng, etwa die Verwaltung und Nutzung eigenen Grundbesitzes. Der Vertrag braucht die notarielle Form, auch per Videobeurkundung (§ 2 GmbHG). Mit höchstens drei Gesellschaftern und einem Geschäftsführer geht es im vereinfachten Verfahren mit Musterprotokoll.
  3. Stammkapital einzahlen: Mindestens 25.000 € (§ 5 Abs. 1 GmbHG). Vor der Anmeldung muss auf jeden Geschäftsanteil ein Viertel und insgesamt mindestens die Hälfte des Mindeststammkapitals eingezahlt sein (§ 7 Abs. 2 GmbHG). Bringst du eine Immobilie als Sacheinlage ein, brauchst du einen Sachgründungsbericht (§ 5 Abs. 4 GmbHG), und die Grunderwerbsteuer kommt dazu.
  4. Handelsregister und Transparenzregister: Der Notar meldet die GmbH zum Handelsregister an. Die wirtschaftlich Berechtigten meldest du dem Transparenzregister und hältst die Angaben aktuell (§ 20 Abs. 1 GwG). Was Notar und Register kosten, steht in unserem Beitrag GmbH gründen: Kosten und Ablauf.
  5. Steuerliche Erfassung: Den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung übermittelst du elektronisch innerhalb eines Monats nach Aufnahme der Tätigkeit (§ 138 Abs. 1b und Abs. 4 AO). Dabei legst du fest, ob die GmbH umsatzsteuerlich nur steuerfreie Wohnraumvermietung betreibt oder bei Gewerbeflächen zur Umsatzsteuer optieren will.
  6. Konten, Verträge und Objektakte: Eröffne ein eigenes Geschäftskonto, schließ Darlehensverträge schriftlich und lege für jedes Objekt eine digitale Objektakte an. Zahlungen zwischen dir und der GmbH laufen nur über dokumentierte Wege.

Finanzierung: Stammkapital, Gesellschafterdarlehen und Bankdarlehen

Eine Immobilien-GmbH finanzierst du mit Eigenkapital, Gesellschafterdarlehen und Bankdarlehen. Gesellschafterdarlehen brauchen einen schriftlichen Vertrag und Konditionen wie unter Fremden. Ist der Zins zu hoch, wird der überhöhte Teil zur verdeckten Gewinnausschüttung. Bist du mit mindestens 10 % beteiligt, versteuerst du die Zinsen mit deinem persönlichen Steuersatz statt mit 25 %.

Die Grundlagen: Verdeckte Gewinnausschüttungen mindern das Einkommen der GmbH nicht (§ 8 Abs. 3 Satz 2 KStG). Zinsen, die eine GmbH an einen Gesellschafter mit mindestens 10 % Beteiligung zahlt, fallen nicht unter die Abgeltungsteuer, soweit sie bei der GmbH Betriebsausgaben sind (§ 32d Abs. 2 Nr. 1 Buchst. b EStG). Ein Gesellschafterdarlehen ist deshalb kein Trick, um Geld günstig aus der GmbH zu holen, sondern ein Finanzierungsweg mit klaren Regeln.

In der Praxis sehen wir bei Immobilien-GmbHs immer wieder dieselben Positionen: Stammkapital, Kapitalrücklagen, Gesellschafterdarlehen, private Verauslagungen, Sicherheiten für die Bank und Darlehen zwischen verbundenen Gesellschaften. Jede davon muss vertraglich, bilanziell und steuerlich nachvollziehbar sein. Zahlst du Kosten der GmbH privat, etwa Notar oder Gutachter vor der Eintragung, halte fest, ob das eine Einlage oder ein Darlehen ist, und lass es über das Verrechnungskonto buchen. Umgekehrt gilt: Private Ausgaben gehören nie auf das Konto der GmbH.

Immobilien-GmbH mit Holding oder neben einer operativen GmbH

Eine Holding über der Immobilien-GmbH, oft Immobilien-Holding genannt, lohnt sich vor allem, wenn du Gewinne in weitere Gesellschaften oder Projekte umschichten willst: Ausschüttungen an die Holding bleiben ab 10 % Beteiligung zu Jahresbeginn zu 95 % steuerfrei. Hast du daneben eine operative GmbH, gehören Darlehen, Mieten und Leistungen zwischen beiden schriftlich und fremdüblich geregelt.

Die Mechanik: Die Dividende bleibt bei der Holding außer Ansatz (§ 8b Abs. 1 KStG), 5 % gelten als nicht abziehbare Betriebsausgaben (§ 8b Abs. 5 KStG). Voraussetzung ist eine Beteiligung von mindestens 10 % zu Beginn des Kalenderjahres (§ 8b Abs. 4 KStG), für die Gewerbesteuer von mindestens 15 % zu Beginn des Erhebungszeitraums (§ 9 Nr. 2a GewStG). Bei einem Hebesatz von 400 % liegt die Belastung der Ausschüttung damit bei rund 1,5 %. Dafür hast du zwei Gesellschaften mit je eigenem Jahresabschluss und eigenen Erklärungen. Wann sich das rechnet, zeigt unser Beitrag Holding gründen.

Hängt die Immobilien-GmbH mit einer operativen GmbH zusammen, etwa weil dieselbe Person beide hält, prüfen wir drei Punkte zuerst:

  • Mietverhältnis: Vermietet die Immobilien-GmbH an ein Unternehmen aus deiner Gruppe, wird die erweiterte Kürzung zur Prüffrage. Dient der Grundbesitz ganz oder teilweise dem Gewerbebetrieb eines Gesellschafters, ist sie ausgeschlossen (§ 9 Nr. 1 Satz 5 Nr. 1 GewStG). Ob das bei deiner Struktur greift, hängt davon ab, wer an welcher Gesellschaft beteiligt ist. Kläre es vor dem Mietvertrag.
  • Darlehen und Kostenumlagen: Jede Zahlung zwischen den Gesellschaften braucht einen Vertrag, einen Zahlungszweck und Konditionen wie unter Fremden.
  • Geschäftsführung: Führst du beide Gesellschaften, regelt ein Vertrag, wer was leistet und wer was bezahlt.

Als Alternative zur GmbH kommt bei größeren Beständen auch eine GmbH & Co. KG in Frage. In der typischen Form, mit einer GmbH als einziger persönlich haftender Gesellschafterin, ist sie gewerblich geprägt und damit gewerbesteuerpflichtig, die Einkünfte werden aber bei den Gesellschaftern besteuert. Das ist eine eigene Rechnung, die wir mit deinen Zahlen machen.

Welche Pflichten hat eine Immobilien-GmbH jedes Jahr?

Eine Immobilien-GmbH führt Bücher nach HGB, erstellt jedes Jahr einen Jahresabschluss mit Bilanz und legt ihn spätestens zwölf Monate nach dem Stichtag offen. Dazu kommen die Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung, bei Gewerbevermietung mit Option die Umsatzsteuer und Anzeigen für die Grundsteuer bis zum 31. März des Folgejahres.

  • Buchführung und Jahresabschluss: Die GmbH ist Handelsgesellschaft (§ 13 Abs. 3 GmbHG) und damit buchführungspflichtig (§ 238 HGB). Mehr dazu in unserem Beitrag zum Jahresabschluss der GmbH.
  • Offenlegung: Spätestens ein Jahr nach dem Abschlussstichtag an das Unternehmensregister (§ 325 Abs. 1a HGB). Als Kleinstkapitalgesellschaft genügt die Hinterlegung der Bilanz (§ 326 Abs. 2 HGB).
  • Steuererklärungen: Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer jedes Jahr, die erweiterte Kürzung beantragst du in der Gewerbesteuererklärung.
  • Umsatzsteuer: Die Vermietung von Grundstücken ist grundsätzlich steuerfrei (§ 4 Nr. 12 Buchst. a UStG). Bei Gewerbeflächen kannst du optieren, wenn der Mieter Unternehmer ist und die Fläche ausschließlich für Umsätze nutzt, die den Vorsteuerabzug nicht ausschließen (§ 9 Abs. 1 und 2 UStG). Dann gibst du Voranmeldungen ab.
  • Grundsteuer: Änderungen an einem Objekt, etwa Anbau, Abriss oder Nutzungsänderung, zeigst du innerhalb von drei Monaten nach Ablauf des Jahres an, also bis zum 31. März (§ 228 Abs. 2 BewG). In Ländern mit eigenem Grundsteuermodell gilt das Landesgesetz.

Unsere Jahresend-Checkliste für Immobilien-GmbHs

Wenig Belege heißen nicht wenig Arbeit. Eine GmbH mit zwei Wohnungen bucht im Monat vielleicht nur eine Handvoll Rechnungen, braucht aber denselben Abschluss wie eine große. Diese Punkte gehen wir zum Jahresende für jede Immobilien-GmbH durch:

  1. Miet- und Leerstandsübersicht je Objekt, abgestimmt mit den Kontoumsätzen
  2. Darlehensstände mit den Bankbestätigungen abgestimmt, Zins und Tilgung getrennt gebucht
  3. Mietkautionen getrennt vom Vermögen der GmbH angelegt (§ 551 Abs. 3 BGB)
  4. Größere Baumaßnahmen eingeordnet: Erhaltungsaufwand oder Herstellungskosten
  5. Käufe, Verkäufe und geplante Verkäufe mit Kaufvertrag und Kaufpreisaufteilung in der Objektakte
  6. Eigentums- und Nutzungsänderungen geprüft und, wo nötig, für die Grundsteuer angezeigt
  7. Erweiterte Kürzung geprüft: Kam eine neue Tätigkeit dazu, etwa Verwaltung für andere, Strom, Ladestationen oder Zusatzleistungen an Mieter?
  8. Gesellschafter- und Verrechnungskonten abgestimmt, private Zahlungen geklärt
  9. Leistungen zwischen verbundenen Gesellschaften mit Vertrag und Rechnung belegt

Fazit: Lohnt sich die Immobilien-GmbH für dich?

Eine Immobilien-GmbH lohnt sich, wenn du langfristig hältst, die Mietüberschüsse in der Gesellschaft lässt und die erweiterte Kürzung sauber nutzen kannst. Sie lohnt sich eher nicht, wenn du das Geld laufend privat brauchst, in wenigen Jahren verkaufen willst oder Bestand und Fremdverwaltung in einer Gesellschaft mischen möchtest. Gegründet ist sie in sechs Schritten. Die eigentliche Arbeit liegt davor, im Struktur-Check, und danach, in der laufenden Trennung von Objekten, Konten und Tätigkeiten.

Dein nächster Schritt: Bring deine Zahlen in ein kostenloses, 30-minütiges Erstgespräch mit. Wir rechnen die Struktur durch, bevor du kaufst oder gründest. Wenn du danach deine Immobilien-GmbH steuerlich begleiten lassen willst, übernehmen wir Buchhaltung pro Objekt, Jahresabschluss, Erklärungen und die jährliche Prüfung der erweiterten Kürzung. Im Mandantenportal siehst du Unterlagen und Auswertungen in Echtzeit und buchst Termine direkt mit deinem Berater. Die Pakete für Immobilien-GmbHs richten sich nach der Zahl deiner Objekte und Mieteinheiten; alle übrigen Pakete findest du unter Preise.

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